Nicht mit uns: Wie pfiffige Kommunen steigende Energiepreise aushebeln

Heusenstamm - Energiekosten für städtische Gebäude, seien sie Eigentum oder gemietet, fließen in den Haushalt nur als Schätzung ein. "Etwa mit einem halben Jahr Vorlaufzeit", sagt Uwe Michael Hajdu, Erster Stadtrat von Heusenstamm.

Explodieren die Energiepreise, fängt das teilweise der Haushalt ab, da immer ein Puffer nach oben hin eingebaut wird. Reicht der nicht aus, muss an anderen Stellen der Gürtel enger geschnallt werden. "Wie das jeder Privatmensch auch macht", erklärt Hajdu. Schließlich könne man ja nicht sagen, dass um 14 Uhr die Heizung abgestellt wird. Doch Heusenstamm hat vorausschauend agiert. Im Jahr 2005 wurde im Rathaus eine neue Heizungsanlage mit Blockheizkraftwerk installiert. Damit sparen die Heusenstammer 49.000 Euro im Jahr ein. Sogar vertraglich garantiert. Ist es weniger legt Siemens als Energiesparpartner der Stadt den Rest drauf, lässt Hajdu wissen. Als schöner Nebeneffekt reduziert die Stadt ihren CO2-Ausstoß um 45 Prozent, also etwa 210 Tonnen pro Jahr.Wer im Eigenheim Energie sparen will, kann sich einmal im Monat bei der Energieberatung im Rathaus nützliche Tipps holen.br /Auch die hoch verschuldete Stadt Offenbach versucht ihr möglichstes, um die Kostenexplosion einzudämmen und gibt sich dabei geschäftstüchtig. "Wir verpachten die Dächer der städtischen Gebäude", sagt Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Birgit Simon. Solarzellenbetreiber mieten die Dächer, um dort Strom aus Sonne zu gewinnen. Insgesamt 37 Dächer stehen zur Debatte.

Zudem werden die städtischen Gebäude mit Öko-Strom betrieben. Simon: "Das ist politische Beschlusslage." Der Vorteil: Öko-Strom ist von Preiserhöhungen ausgeschlossen und wird in jährlichen Abständen neu verhandelt. Zudem, und das hat Offenbach mit vielen Kommunen gemeinsam, kommen bei Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen immer die neuesten Energiesparstandarts zum Einsatz. Dabei werden auch kleinste Details überprüft. "Brauchen wir an dieser Tür wirklich einen elektrischen Öffner", nennt Simon als Beispiel. Und auch die Rathausmitarbeiter müssen ihren Beitrag in Form von Schweiß leisten. "Das Rathaus hat keine Klimaanlage, denn die sind Energiefresser", sagt Simon.

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