Ein Volumen wie 150 Hühnereier

Vom Madagaskar-Strauß: Darmstadt hat die dicksten Eier!

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Es kommt eben doch auf die Größe an. Das Ei des ausgestorbenen Madagaskar-Straußes bringt bis zu elf Kilo auf die Waage. Im Hintergrund Zoologe Jörn Köhler.

Darmstadt – Hier gleicht nun wirklich kein Ei dem anderen: Die Sammlung des Hessischen Landesmuseums zeigt eindrucksvoll in welch unterschiedlichen Formen und Größen Eier in der Natur vorkommen. Von Dirk Beutel

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Ach du dickes Ei! Ganz schön gewaltig. Es ist etwa elf Kilo schwer, seine Schale ist sechs Millimeter dick und es fasst den Inhalt von 150 Hühnereiern. Ein Exemplar wurde bei einer renommierten Versteigerung für sagenhafte 80.000 Euro versteigert: Das Madagaskar-Straußenei. Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt besitzt ein solches Jumbo-Exemplar des ausgestorbenen Riesenvogels. Und ein besonders schönes obendrein: „Dieses ohnehin schon seltene Ei ist völlig unversehrt“, sagt der Zoologe Jörn Köhler. Die Sammlung des Museums umfasst mehrere tausend Eier, von Vogel-, Fisch-, bis hin zu sämtlichen Amphibien- und Repitilienarten. Sei es noch so gewöhnlich, wie das einer Amsel oder so faszinierend, wie das des Kolibris, das nicht größer als eine Ein-Cent-Münze ist.

A propros klein und faszinierend: Die erst 2012 auf Madagaskar entdeckte kleinste Reptilienart, ein Mini-Chamäleon, legt ebenfalls Eier. Das Weibchen erreicht mit Schwanz eine Länge von nur zwei Zentimetern. „Und dabei handelt es sich um komplett ausgestattete Wirbeltiere“, sagt Köhler. „Eier zu legen bedeutet für diese Tiere einen enormen Energieaufwand.“ Etwa ein Drittel seiner Körpermasse muss ein Chamäleon-Weibchen aus sich herauspressen.

Eier im natürlichen Tarnanzug

Wie die beliebten Ostereier auch, sind sämtliche Exemplare im Bestand des Museums ausgeblasen, damit der Inhalt nicht schlecht werden kann. Interessant: Bei keinem Ei ist die Schale 100-Prozentig dicht. „Es ist eine Schutzhülle, die ein Austrocknen verhindern soll und dafür sorgt, dass Sauerstoff hinein und Kohlendioxid hinaus gelangen kann“, sagt Köhler. Doch nicht nur in der Größe unterscheiden sich die Eier. Auch in Form und Farbe. Das bekannte Hühnerei stellt in der Natur nämlich eher eine Ausnahme dar. Grund: Eier sind nunmal eine begehrte und leicht zugängliche Nahrungsquelle, daher kommt es, wie beim Osterei, auf das Versteck oder das Aussehen an: „Viele Eier sind farbig gesprenkelt, sind gepunktet oder haben Streifen wie ein kleiner Tarnanzug“, sagt Köhler. Doch Eier dienen nicht nur zur Fortpflanzung. So benutzten Laubfrösche in Südamerika unbefruchtete Eier gerne als Futter für ihre Kaulquappen. Brutpflege, nennt das der Fachmann

Übrigens: Bei Krokodilen und vielen Schildkröten entscheidet sich das Geschlecht des Nachwuchses nicht über die Chromosomen, sondern über die Temperatur, die im Nest herrscht.

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