Johanna I. ist rund ums Jahr beschäftigt

Krifteler Königin lebt für die Erdbeere

+
Noch bis ins nächste Jahr Königin: Johanna I. aus Kriftel liebt ihr Ehrenamt.

Kriftel – Die Erdbeersaison ist schon seit Mitte Juli vorbei, die Hessische Erdbeerkönigin Johanna I. aber längst nicht arbeitslos: Die Kriftelerin Johanna Klug ist insgesamt zwei Jahre im Amt –- noch bis Mai 2016. 35 bis 40 Termine hat sie pro Jahr, bis in den Herbst hinein.

„In meinem zweiten Amtsjahr sind es noch mehr Termine geworden“, sagt sie und lacht. Die 26-Jährige macht nicht nur in der Erdbeerzeit zwischen Mitte Mai und Mitte Juli Werbung für die heimischen Erdbeeren. „Ich möchte die Verbraucher rund ums Jahr von der Qualität regionaler Früchte überzeugen“, erzählt sie.

Auf Stadt-, Hof-, Wein- und Obstfesten sowie bei Bauernmärkten ist sie im roten Abendkleid mit Krone und Schärpe anzutreffen. Sie besucht Schulen und Kindergärten, war auf der Landesgartenschau aktiv – und dann sind da ja auch noch die In- und Exthronisationen der vielen hessischen Wein-, Blumen- oder Brunnenköniginnen. Über 250 sind es. Im November werden sie alle regelmäßig von Ministerpräsident Volker Bouffier und Gattin zum „Hessischen Hoheitentreffen“ ins Biebricher Schloss in Wiesbaden eingeladen.

Anfang 2014 schlug Obstbauer Berthold Heil die Kriftelerin dem hessischen Landesverband für Erwerbsobstanbau als Kandidatin vor. „Bürgermeister Christian Seitz hatte mich gebeten, mich dort für eine Erdbeerkönigin stark zu machen. Damals wurde auf Hessenebene eine Hoheit gesucht“, erinnert sich Heil. Johanna Klug, die 2006 bereits Miss Kerb in Kriftel gewesen war, fühlte sich der Aufgabe gewachsen, „auch wenn ich wenige Vorstellungen davon hatte, wie es wirklich sein würde“. Insgesamt gab es vier Bewerberinnen, das Amt war noch wenig bekannt. Die erste hessische Erdbeerkönigin, Sofia Luft aus Wallau, regierte 2012/2013.

Der Job einer Hessischen Hoheit ist ein Ehrenamt. Rund um die Eröffnung der Erdbeersaison hat sie sich zwei Wochen Urlaub genommen und auch für andere Termine muss sich die 26-Jährige freischaufeln: Doch das Amt macht ihr Riesenspaß. „Ich möchte so viel wie möglich aus dieser Zeit mitnehmen“, schwärmt sie. Trotz einer Reihe von Pflichtterminen überwiege die Freude. „Es ist eine schöne Atmosphäre auf den Veranstaltungen, das Amt eine echte Bereicherung.“

Johanna Klug lernt nicht nur viele nette Leute kennen. Auch mit vielen anderen hessischen Hoheiten, zum Beispiel mit der Apfelkönigin Julia I. aus Homberg-Ohm und der Steinfurther Rosenkönigin Meike I., ist sie inzwischen befreundet. „Wir treffen uns auch privat regelmäßig zum Stammtisch – ohne Krone und Zepter“, erzählt sie. Es sei ein fast familiäres Miteinander.

Die Krifteler freut es, dass eine der Ihren hessische Erdbeerkönigin wurde. Rund die Hälfte der 16 Erdbeerbauern im Main-Taunus-Kreis haben ihre Felder in der Obstbaugemeinde Kriftel. Auch in Johannas eigener Familie hat es noch vor zwei Generationen Erdbeeranbau gegeben.

Bereut hat Johanna Klug ihre Wahl keinen einzigen Tag. Berthold Heil ist überzeugt, dass die Würdenträgerin ihre Sache mehr als gut macht und ihr Job „der Frucht und Kriftel“ sehr viel gebracht hat. „Johanna hat sich mit viel Herzblut engagiert“, lobt Heil. Sie habe überregional in ganz Süd- und Mittelhessen viel Werbung für die Erdbeere gemacht. Auch im Krifteler Rat- und Bürgerhaus ist man stolz auf Johanna I. Im September ist sie bei der Krifteler Kerb natürlich mit von der Partie. „Und ich darf sogar einige Hoheiten zum Kerbeumzug einladen“, kündigt sie an.

Auch wenn Johanna I. die Erdbeeren aus ganz Hessen vertritt, so schlägt ihr Herz doch ganz besonders für die roten Sammelnussfrüchte ihrer Heimatgemeinde. Am liebsten isst sie sie pur und direkt vom Feld. „In diesem Jahr habe ich sogar noch mehr Erdbeeren gegessen, als im Jahr zuvor“, sagt sie schmunzelnd. Jetzt freut sie sich aber auch auf das andere regionale Obst... red

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare