Messe für Agrar- und Landwirtschaft

Knauseriges Hessen: Spar-Auftritt bei Berliner Messe

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Wenig los: Während sich an den Ständen der meisten anderen Bundesländer die Besucher drängten, herrschte bei den Hessen gähnende Leere.

Region Rhein-Main / Berlin – Was ist da los auf der Grünen Woche in Berlin? Während sich die Bundesländer mit Ständen und Attraktionen überbieten, ist die hessische Abteilung ein Spar-Produkt. Von Christian Reinartz 

Die Grüne Woche in Berlin gilt als die Messe für Agrar- und Landwirtschaft. Nicht nur, dass sich dort die einzelnen Bundesländer, sowie andere Nationen präsentieren. Die riesige Schau gilt auch als Visitenkarte für ausländische Investoren, die dort mit offenen Augen durch die Reihen laufen. Allein Bayern und Brandenburg haben deshalb gleich ganze Hallen mit über 100 einzelnen Ständen gefüllt. Dort bieten regionale Betriebe ihre Spezialitäten feil. Überall gibt es etwas zu sehen und zu probieren. Auf Bühnen spielen Orchester Volksmusik und das Gedränge ist so dicht, dass die Masse einen mitschiebt, ob man will oder nicht. Auch die anderen Bundesländer haben es krachen lassen und zeigen mal mehr, mal weniger eindrucksvoll, was es dort zu erleben gibt.

Gähnende Leere an hessischen Ständen

 In Hessen herrscht dann plötzlich statt dichtem Gedränge gähnende Leere, während sich wenige Meter weiter in Niedersachsen wieder Pulks bilden. Der Grund ist offensichtlich: Das Land Hessen hat in Berlin lediglich einen Informationsstand mit einigen Tischen zum Verweilen aufgefahren. In Anspruch nimmt das fast keiner. Für Stimmung sollen Fototapeten von Natursteinmauern und einem alten Brotbackofen sorgen. Zwei Mitarbeiter stehen dort hinter einer ziemlich leeren Theke. Rechts davon haben wenigstens einige Betriebe den Weg nach Berlin gefunden und präsentieren ihre Waren gemeinsam an einem Stand. Viel los ist dort aber auch nicht.

Hessen gibt 150.000 Euro aus

Beim Blick auf die Zahlen wird klar: Während Hessen nur 150.000 Euro ausgegeben hat, waren andere Länder spendabler. 500.000 Euro hat Bayern investiert, Brandenburg 700.000 Euro.

Beim Hessischen Umweltministerium versucht man sich in einer Erklärung für den auffällig unauffälligen Auftritt bei der Messe in Berlin. Annette Zitzer  von der Presseabteilung des Ministeriums sagt: „Wir müssen Kosten und Nutzen der Messe abwägen und die Ausgaben auch gegenüber dem Steuerzahler rechtfertigen.“ Zudem sei Hessen keine riesiges Agrarland, wie andere Bundesländer. „Außerdem gibt es schon einen unheimlich guten Absatz für regionale Produkte in Hessen“, sagt Zitzer. „Die regionalen Anbieter sind offenbar zufrieden.“ Rheinland-Pfalz etwa sei gar nicht angetreten, argumentiert sie.

Sonja Slezacek  vom Hessischen Apfelweinverband pflichtet dem Ministerium bei. „Für die Apfelweinproduzenten lohnt sich ein Auftritt auf der Grünen Woche nicht.“ Deswegen sei man im Wechsel immer nur mit einem Unternehmen vertreten. Das liege auch daran, dass die Standgebühren immens teuer seien.

Hier geht`s zum  Kommentar von Christian Reinartz zum Artikel

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