Haute Couture für die Füße

Region Rhein-Main – Hollywoodstar Diane Kruger trug sie bereits, Schauspieler Jürgen Vogel auch. Sogar Charlize Theron lief schon in den Schuhen von Jürgen Ernst aus Dreieich. Der Maß-Schuhmacher fertigt mit edlen Materialien und handwerklicher Perfektion Schuhe für den besonderen Auftritt. Von Mareike Palmy

Sandalen mag er nicht. Und Gesundheitslatschen tun ihm in den Augen weh, denn Jürgen Ernst legt Wert auf Ästhetik. Ob die beigen Pumps in Quentin Tarantinos Kino-Streifen „Inglorious Basterds“, die roten Kroko-Stiefel in „Emil und die Detektive“ oder die Samt-Slipper für Sir Peter Ustinov im Historienfilm „Luther“ – die Schuhe des 48-jährigen Maß-Schuhmachers sind immer etwas Besonderes.

Im Science-Fiction-Film Aeon Flux trug Hollywoodstar Charlize Theron schwarze Treter von Jürgen Ernst.

Die einen fahren in den Urlaub, die anderen leisten sich einen guten Schuh“, sagt Jürgen Ernst, dessen aufwendige Einzelanfertigungen auch mal mehrere tausend Euro kosten können. Doch nicht nur Promis und Superreiche besuchen das Atelier des Schuhmachermeisters. Auch ganz normale Menschen, die Probleme mit ihren Füßen oder einfach ein Faible für Schuhe haben und Wert auf Qualität legen, lassen sich von Ernst, der sich selbst „Herr der Schuhe“ nennt, ein Unikat anfertigen. Neben seinem Atelier in Dreieich bei Frankfurt hat er auch noch eines in der Bundeshauptstadt. „Zu mir kommen ganz unterschiedliche Typen. Kostümbildner, Politiker, Anwälte. Die meisten aus dem Taunus. Die Modelle, die ich anfertige, müssen vor allem zum Kunden passen, schließlich kann ein Schuh viel verändern. Zudem ist mir wichtig, dass die Kunden zu schätzen wissen, was sie da am Fuß tragen“, sagt der gelernte Orthopädie-Schuhmacher, der seine Ausbildung in Berlin absolvierte.

Die Herstellung der Fußbekleidung ist nämlich sehr mühsam. Von Hand oder mit der Nähmaschine setzt der Schuhmachermeister die einzelnen Teile zusammen. Verwendet werden ausschließlich hochwertige Materialien. „Ich arbeite viel mit Kalbs- und Pferdeleder, Perlen oder Textil. Je nach Auftrag“, erklärt Jürgen Ernst. Vom Maßnehmen am Kunden bis zur Endpolitur vergehen dann etwa acht bis zwölf Wochen. Hinterher muss jedes Detail sitzen, denn schon ein falsch ausgestanztes Loch oder eine schief platzierte Naht können das gesamte Konzept über den Haufen werfen. „Das ist zum einen sehr kleinteilige Feinarbeit, zum anderen auch körperlich hart, aber dadurch ein sehr vielseitiges Handwerk, für das ich brenne“, sagt Ernst.

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