Auch die Neuanschaffung eines Kühlschrank wird gefördert

Neue Energie für Hartz-IV: Sparlampen gibt’s geschenkt

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Kirsten Röber hat alle Formen der Energiesparlampen im Angebot.

Region Rhein-Main – Warum sich Hartz-IV-Empfänger ganz leicht teure Energiespartechnik leisten können? Sie bekommen sie geschenkt – genauso wie 270 Euro für die Anschaffung eines neuen Kühlschranks. Warum sich das für alle lohnt, weiß Kirsten Röber  von der Caritas. Von Christian Reinartz 

Im ersten Moment klingt es etwas seltsam. Warum sollen Hartz-IV-Empfänger einfach so teure Energiesparlampe, LED-Technik und einen satten Zuschuss für einen neuen Kühlschrank bekommen? Kirsten Röber von der Caritas in Frankfurt kennt die Antwort: „Weil es sich für alle Beteiligten rechnet“, sagt sie. Zusammen mit ihrem „Cariteam-Energiesparservice“ macht sie den sogenannten Stromsparcheck. Dabei werden Hartz-IV-Haushalte besucht und inspiziert. Danach erarbeiten die eigens ausgebildeten Fachleute ein Konzept, wie man mit einfachen Mitteln möglichst viel Strom sparen kann. „Unsere Mitarbeiter haben da ein gutes Händchen für und erkennen sofort, was in einem Haushalt zu tun ist.“

Glühlampen kostenlos gegen Energiesparlampen tauschen

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In der Folge werden dann kostenlos Glühlampen gegen Energiesparlampen ausgetauscht. Für Fernseher und Elektrogeräte gibt’s abschaltbare Steckdosenleisten, um den Standby-Strom zu sparen und viele Dinge mehr. „In einigen seltenen Fällen tauschen wir auch schon mal ein Heizungsthermostat aus.“ Finanziert wird das alles vom Bundesumweltministerium, der Stadt und dem Jobcenter. Jetzt hat die Caritas gemeinsam mit der Stadt Frankfurt ein ganz neues Projekt ersonnen: Das Kühlschrank-Austauschprogramm. Die Idee ist zwar nicht neu. Dass allerdings nun insgesamt bis zu 270 Euro an die Hartz-IV-Empfänger bezahlt wird, war bisher noch nie da. Vorraussetzung: Das neue Gerät muss die energiesparende A+++-Technik aufweisen. „Bis zu einem Kaufpreis von 540 Euro wird die Hälfte in Form eines Zuschusses übernommen“, erklärt Röber. Sei der Kühlschrank teuerer, müsste selbst gezahlt werden. Vor der Neuanschaffung müsse allerdings der Energieverbrauch des Altgeräts durch den Energiesparservice gemessen werden.

Nach zwei Jahren schon amortisiert

Wer einen Kühlschrank besitzt, der mindestens zehn Jahre alt ist und Transferleistungen bezieht, kann am Austauschprogramm teilnehmen. Dazu einen Termin mit der Caritas unter S (069) 25622750 machen und das Gerät messen lassen. Dieses Angebot richtet sich nur an Frankfurter. In anderen Städten kann die Förderung geringer sein.

Für die Empfänger ein lohnendes Geschäft. „Wir rechnen den Menschen ganz klar aus, wie schnell sich so ein Gerät amortisiert hat“, sagt Röber. Das sei oft schon nach zwei Jahren der Fall.

Dass es auch viele Menschen gebe, die es nicht verstehen, warum Hartz-Empfänger so massiv beim Energiesparen unterstützt werden, ist Röber bewusst. „Da gibt es in der Bevölkerung schon Vorurteile. Aber das ist Unsinn“, sagt sie. Alles in allem lohne sich diese Maßnahme für den Steuerzahler. „Diese Menschen verbrauchen mit unserer Unterstützung weniger Energie und verursachen so auch weniger Kosten, die ja letzten Endes alle tragen müssen.“

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