Hartmut Pachls Kampf gegen das Schwarze Fieber

Von Norman Körtgebr /Hanau/Karlstein - Hartmut Pachl genießt die Frühlingssonne in Hanau, trinkt einen Kaffee, raucht eine Zigarette. Er ist erst seit wenigen Tagen wieder in Deutschland. Vier Monate lang war der 33-Jährige im zentralen Hochland von Äthiopien.

Dort kämpfte er zusammen mit einem "Ärzte ohne Grenzen"-Team gegen Kala Azar - dem Schwarzen Fieber. Einer Krankheit, die bei Nichtbehandlung oft tödlich endet.br /Im Dezember hatte der EXTRA TIPP schon über Hartmut Pachl berichtet. Der am Klinikum Hanau ausgebildete Krankenpfleger war Ende November 2007 nach Äthiopien aufgebrochen. Genauer gesagt nach Addis Zemen, einer Kleinstadt auf etwa 2000 Metern Höhe in der Amhara-Region. Dort betreut die unabhängige Organisation "Ärzte ohne Grenzen" ein Gesundheitszentrum.br /"Unser Schwerpunkt war die Behandlung von Kala Azar, die dort durch Wanderarbeiter erstmals vermehrt aufgetreten ist", berichtet der Krankenpfleger. Die auch als Schwarzes Fieber bezeichnete Parasitenerkrankung wird durch Mücken auf den Menschen übertragen. Symptome sind anhaltendes Fieber, starker Gewichtsverlust, Leibschmerzen und eine vergrößerte Milz, später auch verstärkte Blutungsneigung. "Wird Kala Azar nicht behandelt, stirbt der Mensch", erklärt Pachl. Besonders betroffen sind Menschen, deren Immunsystem ohnehin geschwächt ist, wie bei HIV-Infizierten. Eine wirksame Impfung gegen das Schwarze Fieber existiert nicht.br /Aber es gibt Medikamente. Und die kamen mit "Ärzte ohne Grenzen" und Hartmut Pachl nach Addis Zemen. Zusammen mit Einheimischen half er bei der Behandlung, lernte neue Hilfskräfte an: Hilfe zur Selbsthilfe. Bis zu 90 Patienten bietet das Gesundheitszentrum Platz. "Das nächste Krankenhaus ist anderthalb Fahrstunden entfernt", erzählt Pachl und deutet damit die Wichtigkeit des Gesundheitszentrums an. "Da kamen sogar Leute von weit her, wo wir gar nicht wussten, wie sie von uns gehört haben", erinnert sich der 33-Jährige.br /Pachl sah Menschen wieder gesund werden, aber auch Menschen sterben.br /Als besonders schönen Moment hat er ein wieder zu Kräften gekommenes Findelkind in Erinnerung. "Es wurde in einem schlechten Zustand bei uns abgegeben", erzählt er. Das Baby wurde medizinisch betreut und im Gesundheitszentrum fand sich eine Einheimische, die sich zunächst persönlich um sein Wohlergehen kümmert. Ein paar Wochen später war das Baby wieder gesund. "Ein gutes Gefühl", sagt Pachl.br /Ein besseres auf jeden Fall als das im heimischen Karlstein. Denn dort überkam ihm beim Sehen und Hören von Katastrophenmeldungen immer wieder das Gefühl der Machtlosigkeit. In Addis Zemen konnte er helfen. Für vier Monate. 2006/2007 war er bereits für 15 Monate in Nord-Uganda für "Ärzte ohne Grenzen" tätig gewesen. Sein damaliges Projekt gibt es immer noch. "Ich bin für zwei Wochen hingereist und habe einen kurzen Besuch abgestattet", erzählt der Karlsteiner.br /Hartmut Pachl hat aber immer noch nicht genug. Er will noch weiter helfen, in anderen Krisengebieten seine Fähigkeiten einsetzen, um Menschen zu helfen. Bis Jahresende ist er noch von seinem Arbeitgeber, dem Klinikum Hanau, freigestellt. Genug Zeit um zu helfen. "Es gibt zwei Projekte, die mich interessieren. Eines im Jemen, ein anderes in Indien", erzählt er. Dem Gefühl der hiesigen Machtlosigkeit will er auf jeden Fall noch einmal entflie

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