So hart war der Horror-Winter

Auf den glatten Wegen und Straßen sind zuletzt vermehrt Fußgänger gestürzt.

"Zu Beginn der Kälteperiode kamen mehr Patienten in die Unfallchirurgie", sagt Marion Band, Pressesprecherin des Klinikums Offenbach.Probleme auch auf der Straße: Durch die lange Frostperiode sind heftige Straßenschäden entstanden. Joachim Oelinger vom Fachbereich Tiefbau der Stadt Neu-Isenburg hat "seit den 90ern solche Ausmaße an Straßenschäden nicht erlebt". Minus zwei Grad würden ausreichen, um Frostschäden hervorzurufen. Der Straßenbautrupp der Stadt sei ständig unterwegs, um die Schäden zu reparieren. Für Autofahrer seien die Löcher keine Gefahr. Rollerfahrer könnten hingegen ins Straucheln geraten. In Offenbach gibt es momentan einen Schlagloch-Teppich von 260 Quadratmetern. Im Jahr zuvor sind es nur 170 Quadratmeter gewesen.Die Winterdienste der Region haben dieses Jahr harte Arbeit geleistet, um die glatten Straßen und Wege begeh- und befahrbar zu machen. "Im Vergleich zum Vorjahr haben wir das doppelte an Material und Personal verwendet", resümiert Loose.Allein in Offenbach wurden 380 Tonnen Streusalz und 126 Tonnen Splitt in den vergangenen Wochen verbraucht. Auch in Dreieich sind 160 Tonnen mehr Streusalz als im Vorjahr eingesetzt worden. "Der Winter war länger und kälter", sagt deren Sprecherin Irene Dietz und ergänzt: "2007/2008 musste so gut wie nicht gestreut werden." Auch Rödermark meldet doppelt so viel Streueinsätze.Der Winter machte zudem vielen Rohren zu schaffen. "Im Dezember 2007 und Januar 2008 gab es sieben Wasserrohrbrüche", sagt Martin Ochs von der Energieversorgung Offenbach: "Dieses Jahr sind es zwölf."Vor allem sind es zwei Kältewellen Anfang Januar und Mitte Februar gewesen, die Deutschland in einen eisigen Kühlschrank verwandelt haben. Der Dezember hat sich vergleichsweise milde präsentiert. "Dieser Winter war etwas kühler, aber auch trockener und sonniger", sagt Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.Im Schnitt sei es "ein bisschen mehr als ein halbes Grad kühler gewesen als normal". Als Vergleichswert wird immer das Mittel aus den Temperaturen in den letzten 30 Jahren genommen. "Die Winter in den Jahren 2002/2003 und 2005/2006 waren noch kälter und winterlicher", sagt Lux. Ungewöhnlich sei ein kalter Winter daher nicht. Für die Meteorologen ist heute Frühlingsbeginn. Doch: "Mit Kälterückfällen ist bis Mai zu rechnen", prognostiziert Lux.Die Offenbacher Kickers sind gegen einen Kälterückschlag gerüstet. Seit 2006 ist eine Rasenheizung im Stadion am Bieberer Berg installiert. Um die nutzen zu können, muss der OFC eine mobile Heiz-Station, die das Wasser erwärmt, anmieten â?? wie am vergangenen Spieltag. Doch die Investition hat sich nicht gelohnt. Das Spiel gegen Wuppertal haben sie verloren.Es gibt aber Unternehmen, die von der Kälte profitieren. "Es war ein sehr strenger Winter", sagt Klaus Ackermann vom Strom- und Gasanbieter Entega. Genaue Zahlen liegen ihm noch nicht vor, aber der Gasverbrauch sei gestiegen. Alle anderen werden sich freuen, wenn der Frühling Einzug hält und es heißt: "Winter ade".br /br /

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