Die Handwerker und das Spiel mit dem Schrecken

+
Die Krimiautoren und ihr erstes Buch: Richard Kilian (von links), Paul Pfeffer, Doris Preusche und Silvia Planz mit „Ein Fall für MTK“.

Taunus – „ Ein Fall für MTK “ heißt das Buch , das die Autoren von MainCrime neu auf den Markt gebracht haben. Das Besondere: Die Kurzgeschichten hat jeder der Autoren selbst geschrieben, doch die Gruppe feilt mit an den Krimis der anderen. Von Julia Renner

Ob Kelkheim, Hofheim, Eppstein oder Kriftel – jede Stadt im Main-Taunus-Kreis machen die Autoren zum Ort eines Verbrechens. Und das schon seit vier Jahren. Damals haben sich die Hobby-Autoren bei einem Krimiworkshop kennen gelernt. Zwischen Doris Preusche, Silvia Planz, Anette Messer , Gabi Eßl, Marlies Knoke und Richard Kilian stimmte die Chemie von Anfang an. Paul Pfeffer kam später hinzu – denn aus Kelkheim fehlte noch der Gruppe noch ein Schreiberling.

Seitdem treffen sich die Autoren alle sechs bis acht Wochen und lesen sich gegenseitig aus ihren neuesten Geschichten vor. „Das ist durchaus ein Risiko“, sagt Paul Pfeffer. „Denn die Geschichte ist das eigene Kind.“ Mit Kritik umzugehen, ist dann nicht immer ganz leicht. „Aber die oberste Regel ist: Der Autor hat das letzte Wort.“

Gemeinsam werden die Geschichten entwickelt

Der Blick von außen, und das wissen sie alle, ist dennoch unschätzbar. Denn so manches Mal würden die Schriftsteller auch „betriebsblind“ sein. Wie gut ist der Plot, ist die Auflösung stimmig? Über all das diskutieren die Autoren bei ihren Treffen. Gemeinsam wird auch manches Mal eine Geschichte weiterentwickelt, wenn einer der Autoren einen Hänger hat.

Konstruktive Kritik steht im Mittelpunkt“, sagt Paul Pfeffer. Denn die Schriftstellerei ist vor allem eins: Handwerk. Und das könne man zu einem gewissen Grad lernen. Allerdings, so sagt Doris Preusche, erfordert das auch viel Disziplin: „Anfangs waren wir sehr euphorisch“, sagt sie. Schnell sei klar gewesen, dass viel Arbeit dahinter steckt. Schließlich soll der Leser die Technik nicht bemerken.

Regionalkrimis boomen mehr denn je

Dass Regionalkrimis derzeit mehr denn je boomen, können die Autoren verstehen: „Jeder möchte doch seine Heimat erkennen“, sagt Richard Kilian. Die Gruppe hofft, durch das Buch auch den Main-Taunus-Kreis noch interessanter zu machen. Zwischen fünf und 15 Seiten lang sind die Kurzkrimis, die die Autoren schreiben. Dass sie einmal ein Buch damit füllen würden, damit hatten die Schriftsteller nicht gerechnet. Seit kurzem ist „Ein Fall für MTK“ nun auf dem Markt – in einer Auflage von 5000 Exemplaren – und für 12,80 Euro zu haben.

Das „Spiel mit dem Schrecken“, wie Paul Pfeffer sagt, können Zuhörer auch bei einer der vielen Lesungen erleben.

Die Nächste ist am Sonntag, 13. November, um 16 Uhr im Kulturbahnhof Kelkheim-Münster, Zeilsheimer Straße 8a. Eintritt: Fünf Euro.

Kommentare