Ein neuer Ausblick mit Hindernissen

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Gertrud Diekamp sucht seit Monaten tüchtige Offenbacher Handwerker, die Fenster einbauen. Foto: map

Offenbach – Wer will fleißige Handwerker sehen? Der darf nicht nach Offenbach gehen. Denn seit Monaten sucht Gertrud Diekamp eine tüchtige Fensterbau-Firma im Umkreis. Gefunden hat sie bis jetzt keine. Von Mareike Palmy

„Haben es die deutschen Handwerker nicht mehr nötig Absprachen einzuhalten oder überhaupt neue Aufträge zu bekommen?“, fragt Gertrud Diekamp verärgert. Seit Ende Mai schon sucht die Offenbacherin Handwerker, die Fenster einbauen können. Ein befreundeter Amerikaner, möchte neue Fenster in seiner Wohnung haben, die während seines Urlaubs im September eingebaut werden sollten. Da er nur wenig Deutsch spricht, hat Gertrud Diekamp die Suche nach einer Fensterbau-Firma übernommen.

„Ich habe mir die Finger wund gewählt. Und gleich mehrere Fenster-Firmen angerufen, wovon auch fünf Firmen Termine zum Ausmessen zugesagt hatten, dann aber unter einem Vorwand kurzfristig abgesagt haben“, sagt Diekamp verärgert und verständnislos. „Ob es wegen der fehlenden Deutschkenntnisse war, weiß ich nicht. Ich habe mich ja als Übersetzerin angeboten“, rätselt Getrud Diekamp über das Nicht-Auftauchen der Fensterbauer.

Helmut Geyer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stadt und Kreis Offenbach, dagegen kennt die Gründe der Firmen: „Die Auftragslage der Offenbacher Handwerksbetriebe ist in diesem Sommer sehr gut. Bei kurzfristigen Aufträgen kann es also immer mal vorkommen, dass es terminliche Schwierigkeiten gibt. Schließlich sind auch Handwerker im Sommer mal im Urlaub. Generell sind die Firmen aber bemüht ihre Aufträge termingerecht abzuarbeiten“, so Geyer.

„Wir sind eigentlich für Fliegengitter und Sonnenschutz zuständig. Nur einer unserer Mitarbeiter ist auch Fensterbauer. Dieser war jetzt allerdings über vier Wochen krank, so dass manche Aufträge einfach nicht erledigt werden konnten“, sagt Andrea Rzehak, Geschäftsführerin bei ISR Fliegengitter und Sonnenschutz in Heusenstamm.

Auch die Firma Hartmann aus Mosbach-Schaafheim sah sich nicht in der Lage den Auftrag von Gertrud Diekamp zu erfüllen: „Es wurde nach perfekten Englischkenntnissen verlangt. Leider haben wir da niemanden, daher haben wir den Auftrag sofort abgelehnt“, erklärt Dieter Stegmann von der Offenbacher Niederlassung. Von einer Glasbau Firma, die namentlich nicht erwähnt werden möchte war zu erfahren: „Selbstverständlich ist es unser Ziel unseren Kunden so zeitnah wie möglich ein Angebot zu machen. Saisonal bedingt oder personell bedingt kann das unter Umständen drei bis vier Wochen dauern. Im Fall von Frau Diekamp kam es zu einer Verkettung von unglücklichen Umständen, welche nun sogar die vier Wochen Frist überschritten hat. Wir bedauern dies und werden persönlich mit Frau Diekamp sprechen. Natürlich stand das nicht in unserer Absicht, denn auch wir wollen zufriedene Kunden, denn davon leben wir“, so die Sprecherin.

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