Forderungen der Muslime nach Bestattung ohne Sarg

Hanau erlaubt muslimische Bestattung im Leichentuch

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Erste Bestattung nach muslimischem Ritus in Hanau.

Region Rhein-Main – Die Forderungen der Muslime nach einer Bestattung ohne Sarg (der EXTRA TIPP berichtete) scheint langsam in den Kommunen Wirkung zu zeigen. Die Stadt Hanau hat nun ihre Friedhofssatzung geändert und erlaubt nun auch Bestattung nach muslimischem Ritus.

Schon im November vergangenen Jahres hatten Muslime im EXTRA TIPP gefordert, dort beerdigt werden zu können, wo sie auch gelebt haben. Doch das war bisher verboten.

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Denn in Hessen herrschte damals strikte Sargpflicht. So stand es im Friedhofsgesetz. Lediglich das vom Islam vorgeschriebene Leichentuch zu benutzen, war verboten. Zudem werden in Deutschland Gräber irgendwann eingeebnet. Im Islam ist das ebenfalls untersagt.

Nachdem schon im März die Hessische Friedhofssatzung auf Landesebene geändert worden war, müssen nun viele Kommunen, die eine eigenen Satzung haben, nachziehen.

In Hanau ist nun genau das passiert. Dort wurde der erste Tote nur im Leichentuch beerdigt. Der Leichnam wurde in einem Sarg zum Grab hin getragen. Dort wurde er von Verwandten aus dem Sarg gehoben und in das Grab gelegt. Bretter wurden seitlich über ihn gestellt, sodass der Leichnam vor der Erde geschützt ist. Danach schaufelten die Angehörigen das Grab selbst zu. Ganz so, wie es muslimische Sitte ist.

rz

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