Schädel zertrümmert

Hammerattacke im Jobcenter Dietzenbach: Prozess beginnt

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Symbolbild

Dietzenbach/Darmstadt - Acht Monate nach dem Angriff auf einen Mitarbeiter des Jobcenters in Dietzenbach steht ab Dienstag der mutmaßliche Täter vor Gericht. Der heute 52-Jährige soll den Angestellten mehrfach mit einem Hammer geschlagen haben, sein 64 Jahre altes Opfer schwebte danach in Lebensgefahr. 

Der Mitarbeiter des Jobcenters war nach dem Angriff im September in ein Krankenhaus gebracht und sofort operiert worden. Der Schädelknochen war teilweise zertrümmert worden. Kurz nach der Tat nahm die Polizei den Beschuldigten fest. Die Vernehmung des Obertshauseners gestaltete sich damals laut Staatsanwaltschaft schwierig. Nun muss er sich wegen versuchten Mordes verantworten. 

Der 52-Jährige sei ausgerastet, weil ihm eine Kürzung der finanziellen Unterstützung gedroht habe, heißt es in der Anklage. Ihm sei vorher mitgeteilt worden, er habe sich nicht nachdrücklich genug um Bewerbungen gekümmert. Den Hammer soll er in einer Tragetasche dabei gehabt haben. 

Opfer will Angeklagtem nicht verzeihen

Die Staatsanwaltschaft sprach zu Beginn der Verhandlungen am Dienstag von Heimtücke und „niedrigen Beweggründen“. Der verschlossen wirkende Angeklagte berief sich in kurzen Äußerungen auf Erinnerungslücken. „An den konkreten Ablauf der Tat kann sich der Angeklagte nicht mehr erinnern“, sagte auch der Verteidiger. Den Hammer habe er dabei gehabt, um eine Achse seines mitgeführten Fahrrads zu reparieren. „Sein Opfer bittet er um Verzeihung“, sagte der Anwalt. „Er kann sich nicht vorstellen, was passiert ist.“ 

Das 64-jährige Opfer, das als Nebenkläger auftritt, lehnte das Angebot kopfschüttelnd ab. Für den Prozess sind im Mai noch mehrere Verhandlungstage geplant.

Es war nicht der erste Zwischenfall in der Dietzenbacher Arbeitsagentur. Im Januar 2016 war auf das Gebäude geschossen worden. Verletzt wurde dabei seinerzeit niemand, da sich wegen Betriebsferien niemand darin aufhielt. dpa

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