Nicht nur an Hallooween: Hier spukt es immer

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Geister, Hexen, Dämonen: Es gibt viele Orte in der Region, an denen es angeblich das ganze Jahr über spukt, wie das Haus „Fohlenweide“ in Dieburg.

Region Rhein-Main – Halloween ist jedes Jahr ein fester Termin für alle, die sich gerne gruseln. Aber es müssen nicht immer Kostüme und Horrorfilme sein, damit das Blut in den Adern gefriert. An vielen mystischen Orten in der Region ist Gänsehaut das ganze Jahr garantiert.

Laub weht über den dunklen Waldweg. Der Wind pfeift durch die scheibenlosen Fenster des verfallenen Backsteinhauses. Über allem liegt eine schaurige Stille. Unheimlich und unwirklich kommt dieser einsame Ort mitten im Wald bei Dieburg daher.

Dieburger Geisterhaus

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In vielen Geisterjäger-Foren im Internet ist die Ruine als „Dieburger Spukhaus“ bekannt. Man erzählt sich, dass einst ein Jäger mit seiner Frau und seinem Sohn darin gelebt haben soll. Eines Tages hat der Jäger seinen Sohn bei der Jagd aus Versehen erschossen. Daraufhin erhängte sich die Mutter aus Verzweiflung. Der Jäger wollte dann auch nicht mehr leben und schoss sich in den Kopf. Die ruhelosen Seelen sollen noch heute durchs Haus ziehen.

So mancher Geisterjäger der sich vom Spukhaus selbst ein Bild machen wollte, hat es dort mit der Angst bekommen. Internet-User Vika22 aus Rodgau erzählt: „Ich bin hinter meinen Freunden die Treppe runter, als plötzlich etwas nach meinem Fuß griff. Dann hörten wir ein flüstern oder leises weinen. Wir sind ins Auto gerannt und wollten starten, da meinte der Fahrer, da wäre eine Frau im Rückspiegel, die immer näher kommt.“

Von Geistern und einem Jäger, weiß Anne Sattig, Ehrenvorsitzende des Dieburger Heimatvereins, nichts. Doch das Haus ist schon über hundert Jahre alt, hatte zahlreiche Bewohner und kann bestimmt so manche Geschichte erzählen. „Es steht schon seit der Kaiserzeit, war mal ein Lazarett für Kriegspferde und später ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Es wird ‚Fohlenweide‘ genannt“, sagt Sattig, „zuletzt hat eine alte Witwe mutterseelenallein darin gelebt, die ist aber schon seit 30 Jahren tot.“

Weiße Frau von Dreieichenhain

Anna von Falkensteins Portät hängt im Dreieich-Museum. Es brachte zuvor allen Besitzern Unglück.

Viel länger tot ist dagegen Anna von Falkenstein aus Dreieichenhain. Sie stiftete 1401 das Hospital und widmete sich ganz den Kranken. Nach ihrem Ableben ging es damit bergab und es wurde abgerissen. Noch heute erzählt mansich in Hayn von der Falkensteinerin, die seit dem Abriss keine Ruhe mehr im Grab findet und als „weiße Frau“ immer an jenem Platz wandere, wo einst ihr Armenhospital stand. „Viele hier haben die Erscheinung schon gesehen. Ich auch“, berichtet Stadtführer Norbert Erb. „Sie ist etwa einen Meter groß, ganz weiß und hat kein Gesicht, aber man spürt, wenn sie einen anguckt“, erzählt er von der unheimlichen Begegnung. Die letzte Erscheinung, die schriftlich festgehalten wurde, stammt von 1993, als die Falkensteinerin sich während des Hayner Burgfestes auf der Burgbrücke zeigte.

Weiher in Tempelsee

Grabsteine wurden im alten Weiher in Tempelsee versenkt.

Auch am alten Weiher in Tempelsee in Offenbach soll es nicht mit rechten Dingen zugehen. Rund um die alten Grabsteine im Park zwischen Gersprenzweg und Elbestraße, die vor über 80 Jahren als bizarre Befestigung im dortigen Teich verlegt wurden, ranken sich die schaurigsten Erzählungen. Die ruhelosen Seelen der Verstorbenen spuken noch heute noch um den Weiher und durch die Fantasie der Menschen.

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