Gründerpreis-Finalist bleibt sich treu

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Uwe Murmann hält in der Hand, was ihm Erfolg bescherte: Das Rohr.

Hainburg – Während Deutschland in der Wirtschaftskrise steckte, gründete Uwe Murmann ein Unternehmen. Für seinen Erfolg mit der Rohrreinigungsfirma Rohrstar ist er im Finale des Hessischen Gründerpreises. Von Jennifer Dreher

Doch abgehoben ist er trotz seiner Leistung nicht. Das will der Betriebswirt auch bei der Abendgala am kommenden Dienstag in Frankfurt zeigen. Im Anzug neben dem Schirmherrn des Hessischen Gründerpreises, Ministerpräsident Volker Bouffier zu stehen, kommt für ihn nicht in Frage. „Wir kommen zwar mit einem schwarzen Hemd, aber kombiniert mit einer Monteurhose. Letztlich sind wir Handwerker und auch stolz darauf“, sagt er.

Murmann ist noch nicht am Ziel

Am Mittwoch wird dann mit den Mitarbeitern gefeiert, egal ob er den ersten Platz macht oder den ihm schon sicheren dritten. Sein Team sei schließlich Teil des Erfolgs, sagt Murmann. Und das wird stetig größer. In nur 18 Monaten hat er 21 Arbeitsplätze geschaffen. „Ich habe drei Firmen, aber vier Kinder. Da fehlt also noch eine, damit ich jedem Kind eine überlassen kann“, sagt er und lacht.

Dass er einen solchen Satz einmal sagen würde, hätte er noch vor zwei Jahren nie gedacht. „Es war eine harte Zeit, als ich im November 2008 arbeitslos geworden bin. Ich hatte gerade ein Haus gebaut, dass ich abbezahlen musste und dann auch die Verantwortung für meine Familie“, erinnert er sich. Lange haderte er nicht mit seinem Schicksal. Ohne Investoren, mit 5000 Euro Eigenkapital und dem Ziel, mit Rohrstar „zum leuchtenden Stern am Rohrreinigerhimmel zu werden“ machte er sich im März 2009 selbstständig.

Am Anfang drohte alles zu scheitern

„Gleich zu Beginn hätte alles scheitern können“, berichtet Murmann. Er hatte einen Auftrag in der Tasche, für den er eine Spezial-Kamera benötigte. Die bestellte er sofort, da eine Bank ihm mündlich die Zusage für einen Kredit von 17.000 Euro gab. „Gerade zu diesem Zeitpunkt hatte die Wirtschaftskrise voll durchgeschlagen und die Bank zog ihre Zusage zurück“, berichtet Murmann. Das war eine kleine Katastrophe für den Jung-Unternehmer.

„Wer ein Unternehmen gründen will, muss auch Rückschläge aushalten können und darf sich davon nicht gleich von seinem Ziel abbringen lassen“, rät Murmann. Daran hielt auch er sich in der damaligen Situation. „Ich habe Familie und Freunde um Geld gebeten, und es mühsam zusammenbekommen. Gleich im darauf folgenden Monat konnte ich noch alles zurückzahlen“, fügt er hinzu.

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