Groß-Umstädter hat durch kaputte Schweller einen 1800-Euro-Schaden

Dekra warnt: Beim Radwechsel gibt’s immer häufiger Pfusch

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Sascha Biebel zeigt auf die Stelle, wo der Schweller seines VW T5 eingedrückt wurde. Auch ein Riss klafft im Lack. „Das Auto hat 43.000 Euro gekostet“, ist der Familienvater sauer.

Groß-Umstadt – Sascha Biebel aus Groß-Umstadt ist stinksauer: Beim Räderwechsel wurden ihm die Schweller seines VW-Busses eingedrückt, der Lack beschädigt. Schaden laut Dekra-Gutachten: 1800 Euro. Die Werkstatt streitet alles ab. Von Kristina Bräutigam  

Es klang wie ein echtes Schnäppchen: Waschen und Räderwechsel zusammen für nur 22 Euro. Sascha Biebel aus Groß-Umstadt greift zu – und sitzt heute auf einem 1800 Euro-Schaden. Der Ärger beginnt am 24. März. Kurz nach sieben Uhr bringt Biebel seinen VW T5 zu einer Autowaschstraße in Groß-Zimmern. Schon oft waren er und seine Frau mit den Autos hier. Doch diesmal geht etwas schief: Schon beim ungenauen Ansetzen der Hebebühne habe Sascha Biebel sich gewundert. „Aber ich dachte, das sind Profis. Die wissen, was sie tun“.

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Dann die böse Überraschung: Als der 46-Jährige nach dem Räderwechsel die Seiten unter die Lupe nimmt, sieht er: Rechte und linke Schwellerkante seines 43.000 Euro teuren Busses sind eingedrückt, an zwei Stellen klafft ein mehr als zehn Zentimeter langer Riss im Lack. Sofort wendet sich Sascha Biebel an den Betriebsleiter. „Aber der hat nur kurz geguckt und gesagt, das sei nicht hier passiert“. Der Familienvater fackelt nicht lange und fährt zur Dekra. Hier bekommt er es schwarz auf weiß: „Rechter und linker Schweller wurden mehrfach eingedrückt“, heißt es in dem Gutachten. Gesamtschaden: Über 1800 Euro. Und Sascha Biebels Bus ist kein Einzelfall. „Eingedrückte Schwellerkanten sehe ich fast täglich“, erklärt Dirk Vetter von der Dekra-Niederlassung Darmstadt.

Das Problem ist altbekannt

Schuld sei die Bequemlichkeit der Werkstattmitarbeiter. „Gerade bei großen Autos muss man mehrfach rangieren, bis man die Punkte hat, an denen Wagenheber oder Hebebühne angesetzt werden dürfen. In 70 Prozent der Fälle passiert das nicht.“ Das bestätigt auch Ulrich Buckmann vom ADAC: „Dass Kanten durch nicht sachgemäßes Hochheben beschädigt werden, ist ein altbekanntes Problem.“ Viele Autobesitzer würden den Schaden gar nicht bemerken. „Aber wenn, ist Schadensersatz fällig“, so Buckmann. Mit dem Gutachten in der Tasche wendet sich Sascha Biebel wieder an die Werkstatt. Doch die reagiert weder auf Anrufe, noch auf Schreiben. „Dabei müssten sie den Schaden doch einfach nur an ihre Betriebshaftpflichtversicherung weiterleiten“, sagt der Diplom-Kaufmann. Drei Wochen lang habe er versucht, die Angelegenheit gütlich zu regeln, jetzt habe er die Nase voll. „Ich habe mir einen Anwalt genommen. Das lasse ich nicht mit mir machen.“

Werkstatt streitet einen Fehler ab

Das Problem: Sascha Biebel muss beweisen, dass der Schaden in der Werkstatt entstanden ist. Zwar war er beim Räderwechsel anwesend und hat auch eine Quittung. Doch andere Zeugen gibt es nicht. Auf EXTRA TIPP-Nachfrage streitet der Betriebsleiter der Werkstatt alles ab. Er hatte die Reifen an Biebels Bus gewechselt, will mit dem Schaden aber nichts zu tun haben. „Das ist nicht bei uns passiert. Ich mache das seit 14 Jahren und weiß, wie ich die Hebebühne ansetze.“ Sascha Biebel bleibt nur der Rechtsweg – und jede Menge Wut. „Das Geld ist das eine. Aber wie hier mit einem Kunden umgegangen wird, ist eine absolute Sauerei.“

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