Obwohl Projekt abgeschlossen ist

Gefahr aus dem Hahn: Bleirohre noch immer in Frankfurter Haushalten

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Frankfurt  - Obwohl die Stadt Frankfurt das Trinkwasser-Projekt für abgeschlossen erklärt, wird es weiterhin Bleirohre in Frankfurter Wohnungen geben. Von Angelika Pöppel

Seit Dezember darf das Trinkwasser in Frankfurt nur noch zehn Mikrogramm Blei pro Liter enthalten. Um das einzuhalten, müssen in den meisten Fällen alte Wasserrohre  aus Blei ausgetauscht werden. „Seit geraumer Zeit kann das Frankfurter Bleiprojekt als erfolgreich abgeschlossen betrachtet werden“, heißt es auf der Internetseite der Stadt. Doch: Immer wieder stoßen Installateure auf alte Rohre. Auch Wasserinstallateur Frank Müller  aus dem Nordend: „Wir entdecken immer mal wieder Bleirohre in Wohnungen. Viele interessiert das einfach nicht.“ Vermieter schauen da auch gerne mal weg.

Vermieter schauen gerne weg

Bereits Anfang des Jahres wurden die Eigentümer der betroffenen Liegenschaften zu einer Sanierung aufgefordert. Laut Stadt besteht noch in 60 Fällen Handlungsbedarf. „Wir schreiben die Vermieter an, die Umsetzung ist ihnen dann selbst überlassen“, sagt Antje Sauer  vom Hygiene- und Umweltamt. Die Verweigerung der Sanierungsaufforderung ist allerdings strafbar. Der Eigentümer muss den Umbau zahlen, darf aber dafür die Miete nicht anheben. Wenn die Bleirohre nicht ausgetauscht werden, können Mieter eine Mietminderung bis zu zehn Prozent verlangen. Blei schädigt nachweislich den Gehirnstoffwechsel und damit auf die Intelligenzentwicklung von Säuglingen und Kleinkindern. Auch bei Erwachsenen können in Extremfällen Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Appetitmangel oder Gewichtsverlust auftreten

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