CDU gerät unter Zugzwang

Gleichstellung der Home-Ehe: Deutschland braucht noch zwei Jahre

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Wann kommt die Gleichstellung der Homo-Ehe in Deutschland? Der Druck auf die CDU wird stärker.

Region Rhein-Main – Nach dem Volksentscheid in Irland zur Gleichstellung der Homo-Ehe, rumpelt es in der CDU wieder heftiger. Betroffene Experten wagen noch nicht von einem Umdenken zu sprechen, hegen aber große Hoffnung. Von Dirk Beutel

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"Homo-Ehe: Es ist zum Schämen"

Die Luft wird offenbar zunehmend dünner für den ultra-konservativen Block innerhalb der CDU. Seit dem klarem Volksentscheid für die gleichgeschlechtliche Ehe bröckelt es gewaltig. Immer lauter werden die Rufe nach einer echten Reform zur völligen Gleichstellung. Dass es längst an der Zeit ist, sieht auch Frankfurts Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg so: „Das erfolgreiche Referendum in Irland für die Homo-Ehe ist ein klares Signal an Europa: Homosexualität ist normal. Es ist normal, verschieden zu sein. Selbstverständlich ist der Umgang mit Vielfalt eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen.“ Dass es aber bis dahin noch etwas dauern könnte fürchtet Rainer Zuber, Vorsitzender des hessischen Landesverbandes der Schwulen und Lesben in der Union: „Wir fordern ganz klar die Eheöffnung, obwohl wir wissen, dass sich hierfür innerhalb der Bundestagsfraktion keine Mehrheit finden wird. Es gibt in der Partei jedoch ganz klar progressive Strömungen, die ein Umdenken leichter machen könnten.“ Optimistischer ist da Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband: „Diese überraschende Entscheidung aus Irland zeigt doch nur, dass der christliche Glaube nicht als Legitimation für die bislang herrschende Diskriminierung herhalten kann.“

Hessischer Landesverband bezieht keine klare Stellung

Die schwarz-grüne Regierungskoalition in Hessen hat sich noch nicht auf weitere Schritte zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften festgelegt. Wenn andere Länder entsprechende Vorschläge machten, werde man sie prüfen, heißt es. Diese Zurückhaltung nimmt Ulrich gelassen: „Immer mehr Abgeordnete, gerade in der CDU geraten immer mehr unter Zugzwang, weil sich der Druck natürlich weiter erhöht.“

Doch auch beim Hessischen Landesverband in Wiesbaden will man keine klare Position beziehen. „In unserer großen Volkspartei gibt es unterschiedliche Auffassungen zu dieser Frage. Wie man anhand der Berichterstattung der vergangenen Tage feststellen kann, wird dieses Thema in der Union weiterhin diskutiert“, sagt der Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz auf EXTRA TIPP-Nachfrage.

Zuber: „Da muss man sich schon fragen, ob die CDU noch eine Partei der Mitte ist. Da ist die Bevölkerung schon viel weiter. Bis wir soweit sind, wird es noch gut zwei Jahre dauern“

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