Kommentar zur deutschen Gesundheitspolitik

Gesundes neues Jahr ohne System

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk

Ein gesundes neues Jahr! Das wünscht man jedem. Und trotzdem ist niemand vor Krankheiten sicher. Bessere Behandlungen, leistungsfähigere Krankenhäuser, effektivere Medizin – das alles wäre möglich, würden wir im Gesundheitssektor das Geld nicht verprassen. Von Axel Grysczyk 

Rund 185 Milliarden Euro hat der Gesundheitsfonds  2012 zur Stützung der gesetzlichen Krankenkassen ausgegeben, finanziert aus Steuermitteln und Versicherungsbeiträgen. Doch wofür das Geld tatsächlich ausgegeben wurde, ist überhaupt nicht nachzuvollziehen. Der letzte formale Jahresabschluss für den Fonds betrifft das Jahr 2010.

Es fehlen aber laut Bundesrechnungshof  Angaben zur Entwicklung des Gesundheitsfonds, zur Liquidität, zu den Anlageformen von Überschüssen sowie zu Risiken und finanziellen Perspektiven des Gesundheitsfonds. Dazu gibt es 134 Krankenkassen mit Vorständen, Marketingaktionen wie albernen Fähnchen und dämlichen Mützen sowie aufgeblähte Arzneimittelkosten.

Das Kernproblem: Weder CDU noch die SPD haben den politischen Willen, daran etwas zu ändern. Seit dem Bundestagswahlkampf 2005 erzählen sie uns die Vorteile der Bürgerversicherung oder wahlweise die der Kopfpauschale. Nur geändert hat sich im Gesundheitssystem  nichts. Stattdessen wird weiterhin sinnlos Geld verprasst. Mit einer Großen Koalition bestünde die Möglichkeit unser Gesundheitssystem zu reformieren, aber das traut sich niemand – auch 2014 nicht.

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