Wer gesund bleiben will, muss wie ein Steinzeit-Mensch essen

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Einfach mal Obst: Dr. Uwe Genz am Haus des Lebenslangen Lernens in Dreieich.

Dreieich – Wer etwas essen wollte, musste in der Steinzeit erst ein Tier jagen oder Früchte sammeln. Heute gehen wir einfach zum Kühlschrank. Und das ist ein Problem, findet Dr. Uwe Genz. Denn meist holen wir Milchprodukte daraus hervor und die sind Mitschuld an vielen Krankheiten. Von Julia Renner

Jahrmillionen dauerte es, bis sich der menschliche Körper an das Nahrungsmittelspektrum angepasst hatte. Wilde Tiere, Fische, Früchte und Gemüse, all das kam bei Neandertalern auf den Tisch. Bis vor etwas mehr als 10.000 Jahren, als laut Uwe Genz „der große Hammer“ kam: Der Mensch wurde sesshaft und begann mit dem Ackerbau. Und damit beförderte sich der Mensch ernährungstechnisch an den Rand des Abgrunds, sagt Genz.

Auch wenn viele Menschen das in den Getreidearten enthaltene Gluten vertrugen: „Es führte zu einer Mangelernährung, die Menschen wurden kleiner“, sagt Genz.

Unnormal, dass Erwachsene Milchprodukte vertragen

Vor 100 bis 200 Jahren kam dann der nächste Hammer: Milchprodukte. Und im Laufe der Jahre wurden es immer mehr. „Dabei ist es völlig unnormal, wenn Erwachsene noch Milchprodukte vertragen.“ Etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung verträgt Laktose nur im Kindesalter. Und da heute bis zu 50 Prozent der Ernährung aus Milchprodukten wie Joghurt, Butter, Milch oder Käse besteht und wir noch dazu viel Getreide wie Brot oder Nudeln zu uns nehmen, gibt es Zivilisationskrankheiten. Diabetes, Osteoporose oder Arteriosklerose. „Das haben viele Studien gezeigt.“ Außerdem sei der Körper genetisch nicht darauf ausgelegt, die Verdauung von beispielsweise so viel Kuh-Milch sei nicht vorgesehen.

Weg von Milch und Brot

Der Ernährungswissenschaftler aus Dreieich findet deshalb, dass die Gesellschaft von der Milch- und Brotlastigkeit weg müsse, hin zu mehr Fisch, Wildfleisch, Gemüse und Früchten. Genz selbst isst zum Frühstück kein Müsli mit Milch, sondern mit Saft. Und abends gibt es keine Schnitte Brot, sondern meist Salat. „Das mindert das Risiko, an einer Zivilisationskrankheit zu erkranken.“ Allerdings: Auch er hat kein Problem damit, ab und zu mal ein Stück Schokolade zu essen.

In der Neuro-Kompetenz Akademie im Haus des Lebenslangen Lernens in Dreieich gibt es Vorträge zum Thema und auch die Möglichkeit, an besonderen Kochkursen teilzunehmen, die zeigen, wie sich unsere Vorfahren ernährten. Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet auf der Seite http://www.hll-dreieich.de.

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