Aids-Hilfe Frankfurt begrüßt Urteil

Gericht erlaubt Eigenanbau von Cannabis zur Therapie

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Region Rhein-Main  - „Eine wichtige und nötige Klarstellung von Cannabis-Pflanzen als Medizin“ lobt Achim Teipelke, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Frankfurt die gestrige Entscheidung des Kölner Verwaltungsgerichtes. Auch schwer erkrankte Frankfurter werden davon profitieren.

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Denn bislang wurde ihnen nur in wenigen Ausnahmefällen der sehr teure Bezug über Apotheken erlaubt. Erstmalig hat ein deutsches Gericht drei Klägern den eigenverantwortlichen Anbau von Cannabis-Pflanzen in eigens gesicherten Räumen ihrer Wohnung gestattet. Mögliche Auflagen muss das zuständige Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin nun festlegen. „Wir hoffen, dass diese Bundesbehörde ihre bislang sehr restriktive Praxis bei Genehmigungen zum Wohle der Patienten überdenkt“, hofft Jürgen Klee, Fachbereichsleiter Drogen bei der AIDS-Hilfe Frankfurt.

„Bei uns melden sich immer wieder verzweifelte Patienten, denen bei Schmerzen, AIDS, MS und anderen schweren Erkrankungen bislang einzig der Weg auf den Schwarzmarkt dieser Produkte blieb. Wir werden versuchen, diesen Menschen zu helfen, zum Beispiel im Rahmen eines Modellprojektes“. Dazu gibt es bereits Überlegungen innerhalb der AIDS-Hilfe Frankfurt.

Sofern es überhaupt gelingt, eine Genehmigung zum Erwerb und Konsum von Cannabis zu therapeutischen Zwecken zu erhalten, ist dies mit Kosten von meist über 1000 Euro im Monat kaum selbst zu finanzieren. Krankenkassen übernehmen so gut wie nie die nötigen Kosten, obwohl es als Medikament verschrieben wurde. „Der private Anbau ausschließlich zum eigenen Konsum – das ist der Weg, den nun das Gericht für Patienten vorschlägt. Das weist in die richtige Richtung“, erläutert Teipelke. Auch sei nun die Politik aufgefordert, mehr sachbezogen Wege zur Verbesserung und Linderung von Schmerzen und Beschwerden zu eröffnen.

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