Gemüse-Beet am Hauptbahnhof

Essbare Stadt Offenbach: Salat und Kräuter für alle 

+
Janina Albrecht und Marcus Wöll bepflanzen und gießen die Beete im Schäfergarten auf dem Spielplatz am Hauptbahnhof.

Offenbach – Karotten, Petersilie, Kürbisse, Himbeeren und vieles mehr pflanzen Marcus Wöll und Janina Albrecht in der Offenbacher Innenstadt an. Das Beste: Jeder kann sich an Obst und Gemüse bedienen und bei dem Projekt „Essbare Stadt“ mitgärtnern und gestalten. Von Janine Drusche

Lesen Sie dazu auch:

Blume des Jahres 2017: Der Klatschmohn im Garten

Liebevoll zupft Janina Albrecht das Unkraut aus dem Kasten-Beet auf dem Spielplatz in der Schäferstraße. Marcus Wöll gießt währenddessen die Boden-Beete auf der anderen Seite des Spielplatzes, damit Zucchini und Kürbisse, Salat und Himbeeren ordentlich gedeihen. Mit dem Projekt „Essbare Stadt Offenbach“ verwirklichen die beiden Hobby-Gärtner eine Vision: „Wir wollen, dass sich jeder hier mitten in der Innenstadt an frischem Gemüse und Obst bedienen kann“, sagt Janina Albrecht. 

„Natürlich wünschen wir uns auch, dass die Leute, die sich etwas nehmen, auch ab und zu mal mithelfen, gießen oder pflanzen“, ergänzt Marcus Wöll. „Selbst erwach(s)en“, das ist der Leitfaden, nachdem Wöll und Albrecht die Beete anlegen. „Wenn wir uns als Bürger nicht selbst um unsere Ernährung kümmern, glaube ich, werden wir in Zukunft in der Innenstadt nicht mehr lebensfähig sein. Zumindest nicht gesund“, sagt der Offenbacher Botschafter. Inspiriert wurde der 48-Jährige von den Prinzessinen-Gärten in Berlin: „Es gibt ja viele, essbare Städte’ und in Offenbach können wir das gut gebrauchen, dass die Nachbarschaft zusammen anpackt. Etwas Gemeinsames hat, was sie dann auch noch ernten kann“, sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann. 

Fotos: Gemüse für alle auf dem Spielplatz-Beet

Die Beete im Schäfergarten beginnen zu blühen. 

Losgelegt haben die beiden im vergangenen Jahr. Wöll: „Im Juni 2016 haben wir Blumen am Mathildenplatz gepflanzt.“ Doch darum müssen sich die Gärtner nicht mehr kümmern: „Wir haben einen Paten dafür gefunden, der die Kübel dort jetzt übernimmt.“ Gleich danach ist der „Schäfergarten“ entstanden. In Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro wurden die Flächen von der Stadt zur Verfügung gestellt. Und seit vier Wochen wird wieder gesäht und gegossen. „Wir wollen mit unserem Mitmachgarten das Gespräch zwischen Nachbarn stärken“, sagt Albrecht. In Offenbach sei es eingeschlafen, die Umgebung zu nutzen, sich auch draußen zuhause zu fühlen: „Wir wollen das Leben miteinander in der Stadt zurückholen.

Langsam und solide wachsen

Leuten, die keinen Garten oder Balkon haben, die Möglichkeit geben mitzumachen. Und das einen Schritt nach dem anderen“, sagt Albrecht. Man wolle langsam und solide wachsen – wie die Pflanzen. Deshalb gießen die beiden zwei Mal in der Woche die Beete am Bahnhof. Damit das Projekt „von Menschen für Menschen und mit Menschen“, wie Wöll sagt, gedeiht und weiter wachsen kann. Das Engagement von Wöll und Albrecht werde dann nach und nach um Projekte erweitert. 

Eierfarbe aus dem eigenen Garten

Ziel sei es, die Menschen wieder zur Selbstversorgung und zum Miteinander zu bringen. „Wir wollen nicht reich und berühmt damit werden“, sagt Albrecht: „Es geht um Kommunikation, Hürden untereinander zu nehmen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Menschen zu Nachbarn zu machen.“ Das nächste Projekt steht auch schon an: Ein 850 Quadratmeter großer Garten in Bieber, den eine Privatperson stellt. „Wir wollen sobald es geht anfangen ihn zu bepflanzen und freuen uns über jede Hilfe!“, sagt Wöll. Wer sich beteiligen möchte meldet sich einfach bei Marcus Wöll und Janina Albrecht per E-Mail unter marcuswoell@hotmail.de oder geht auf die Facebookseite.

Und wer selbst zuhause gärtnert, stellt sich bestimmt die Frage: Lohnt sich Mehrfelderwirtschaft im heimischen Gemüsebeet?

Hyazinthen und ihre Begleiter im Garten

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Mehr zum Thema

Kommentare