Gemeinde lehn Nutzung ab

Gemeinde sagt ab: Keine Räume für den Künstlerverein in Dieburg

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Nach der emotionalen ARThaus-Debatte in der Gemeindevertreter-Sitzung, gingen die Diskussionen im Eingangsbereich des Münsterer Rathauses weiter.

Münster – Er steht vor dem Aus, noch ehe er richtig losgelegt hat: Der Verein „ARThaus Kunst und Kultur Münster-Altheim“, der den Ortsteil zu einem neuen Hotspot der Kreativenszene im Landkreis Darmstadt-Dieburg machen will, geht seit dieser Woche ungewissen Zeiten entgegen. Von Jens Dörr

Noch ehe der zehnköpfige harte Kern der Künstler und die immer zahlreicheren Mitglieder und Unterstützer aus der ganzen Region mit ihrem Plan richtig in die Offensive gehen konnten, machte die Münsterer Gemeindevertreter-Sitzung diese Woche einen Strich durch die Rechnung: Sie lehnte den Verbleib des Gebäudes in Gemeindehand und einen zwölfjährigen Nutzungsvertrag mit dem neuen Verein ab. Kurios: Ebenfalls abgelehnt wurde ein weiterer, gegenteiliger Antrag, der den Verkauf der Immobilie ermöglicht hätte. Bürgermeister Gerald Frank (SPD) sowie für die Fraktionen von SPD und ALMA (Alternative Liste Münster und Altheim) wollten es mit dem neuen Altheimer Verein versuchen, ihm das Rathaus als ARThaus vertraglich für die kommenden zwölf Jahre zu sichern. Die veranschlagten 360.000 Euro Sanierungskosten hätte der Verein nicht tragen müssen.

Förderung nicht tragbar

Die Zusage über 200.000 Euro Zuschuss vom EU-Programm „Leader“, das innovative Aktionen im ländlichen Raum fördert, habe man bereits erhalten. Die restlichen 160.000 Euro könne man, aufgeteilt in den Haushalten bis 2017, stemmen. Im Falle eines Verkaufs hätte die Sanierung weitgehend der Käufer tragen müssen, dann hätte Münster aber kaum mehr als den Grundstückswert in Höhe von etwas mehr als 50.000 Euro erzielt und ein zentrales Bauwerk im Ortskern aus der Hand gegeben. Die CDU als Gegenpart verwies darauf, dass Münster wichtigere Aufgaben zu finanzieren habe und man nicht einen einzelnen Verein derart massiv fördern könne. In der emotionalen Debatte, in der die ALMA-Fraktion später sogar geschlossen den Saal verließ und viele der rund 80 Zuschauer sowie der Vorstand des ARThaus-Vereins ebenso, endeten beide Abstimmung mit einem 16:16, womit beide Anträge abgelehnt wurden. Drei SPDler fehlten sowie zwei CDUler. Provisorisch dürfen die Künstler nun noch bis zum 31. März das ehemalige Rathaus beleben. Der 200.000-Euro-Zuschuss, der spätestens in diesen Tagen hätte vom Münsterer Rathaus beantragt werden müssen, ist vorerst futsch, könnte bestenfalls erst wieder 2016 für 2017 beantragt werden. Da die nächste Gemeindevertreter-Sitzung in Münster erst wieder am 14. Dezember stattfindet, mache ein erneuter Anlauf mit einem ähnlichen Antrag erst nach den Kommunalwahlen am 6. März 2016 wieder Sinn.

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