Die Kleinsten dürfen auch trauern

Gemeindepädagogin erklärt, wie man Kindern das Thema Tod näherbringt

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Kinder sollten laut Christine Elcacho-Behnke mittrauern dürfen. Sie können einem Verstorbenen eine Kerze oder einen Brief zum Abschied auf das Grab legen.
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Eschborn – Es ist ein Thema, das zum Leben gehört: Der Tod von nahestehenden Menschen. Oft mit der eigenen Trauer und dem Organisationsdruck überfordert, müssen Eltern den Kindern die Situation erklären. Wie? Das erklärt Christine Elcacho-Behnke in der Kita Raupenland. Von Janine Drusche

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Wenn der Vater, die Mutter oder eine andere geliebte Person stirbt, dann bricht für die meisten Hinterbliebenen eine Welt zusammen. Wenn es Erwachsenen auch nicht leicht fällt mit dem Sterben angehöriger Menschen klarzukommen, so wissen sie aber wenigstens, was der Tod bedeutet: Der gestorbene Mensch kommt nicht wieder. Aber wann sollten Eltern anfangen, ihre Kinder mit in die Trauer einzubeziehen? Oder ist es besser, Kinder bis zu einem gewissen Zeitpunkt ganz herauszuhalten und sie vom Thema Tod abzuschirmen?Für Eltern, die sich mit diesen Fragen beschäftigen wollen, bevor sie in die Situation geraten, ihren Kleinen die Themen Sterben, Tod und Trauer erklären zu müssen, gibt Gemeindepädagogin Christine Elcacho-Behnke in Eschborn einen Themenabend mit dem Titel „Wie sieht es im Himmel aus?“ Gemeinsam mit Pfarrerin Birgit Ihrig und Susanne von Reden von der Trauerbegleitung Sternenzelt bei der Familienbbildung, möchte sie Familien vorbereiten, bevor es zum Ernstfall kommt: Ihnen beibringen, wie sie am besten individuell mit der Situation und ihrer eigenen Trauer umgehen können. „Das Thema Tod taucht bei uns in der Kirche, in der Kita Raupenland und im Mehrgenerationenhaus immer wieder auf. Ich habe gemerkt, dass vielen Menschen anfangs nicht bewusst ist, wie viel sie bei einem Trauerfall in der Familie zu tun haben“, sagt Elcacho-Behnke.

„Man darf den Tod nicht ausklammern“

Da sei es hilfreich, sich vorher damit auseinander zu setzen, wie man Kindern den Tod beibringt: „Auch schon eine Haltung zu kriegen, einen Standpunkt zu überlegen, wie man bei eigener Trauer, Organisationsdruck und Verzweiflung, auch noch dem eigenen Kind erklärt, was da gerade passiert. Oder eben nicht.“ Eltern sollen sich darüber klar werden können, wie sie mit Kindern im Bezug auf Tod umgehen möchten. Das sei das Ziel des Themenabends in der Kita.

„Dafür haben Eltern die Möglichkeit bei und mit uns ins Gespräch zu kommen und sich miteinander auszutauschen. Zum Beispiel darüber, ob die Kinder mit zu Beerdigungen genommen werden sollten, wie sie in Trauer einbezogen werden können, wie man ihnen den Tod vermittelt, ohne gleich große Angst zu schüren. Auch, wie man sich gemeinsam an gestorbene Personen erinnern kann, wird Thema sein“, sagt Elcacho-Behnke. „Wir werden Kontakte vermitteln, bei denen man sich im Fall der Fälle melden kann. Man weiß ja nie, wie schnell es soweit sein kann, dass ein Großeltern- oder Elternteil oder vielleicht sogar ein befreundetes Kind stirbt“, sagt Elcacho-Behnke. Der Abend solle für alle Eventualitäten vorbereiten: „Man darf den Tod nicht ausklammern und ihn zum Leben gehören lassen, wie er dazu gehört. Schließlich fragen die Kinder nach dem Woher und Wohin. Die gemeinsame Beschäftigung damit ist so wichtig“, sagt die Pädagogin.

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Janine Drusche

Janine Drusche

E-Mail:janine.drusche@extratipp.com

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