Andrea Döhne fürchtet um Kurstatus

Verrauchen alte Kamine die Bad Homburger Champagnerluft?

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Im Winter rauchen wieder die Schornsteine: Vor allem alte Kaminöfen belasten die Luftqualität in der Kurstadt Bad Homburg, noch bis 2024 gilt eine Übergangslösung.

Bad Homburg  – Bad Homburg fürchtet um seine Champagner-Luft. Immer wieder werden Grenzwerte überschritten. Das liegt auch an alten Kaminen. Für Andrea Döhne  setzt sich die Stadt zuwenig für das Thema ein. Von Dirk Beutel 

Grenzen werden vereinzelt überschritten

Denn auch wenn Bad Homburg kein Luftkurort  ist, gelten dort strengere Grenzwerte. In der Tat: Bei vergangenen Messungen wurden die Feinstaub- oder Stickstoffgrenzwerte erreicht, vereinzelt auch überschritten. „Unsere Luft ist aber nicht schlecht, trotzdem sind wir seit Jahren an dem Thema dran“, sagt Holger Fröhlich, Verantwortlicher im städtischen Produktbereich Stadtplanung und Umwelt. Vor allem das städtische Förderprogramm zur energetischen Sanierung erfreut sich großer Beliebtheit: „Seit 2001 haben wir 3,5 Millionen Euro in energiesparende Projekte an etwa 1300 Wohngebäuden gesteckt“, sagt Fröhlich: „Und die Resonanz ist weiterhin hoch.“ Das freut auch die Wirtschaftsförderung, denn die meisten Aufträge werden an heimische Unternehmen vergeben. Für das nächste Jahr ist vorgesehen, zusätzlich die Umrüstung alter Heizungsanlagen zu unterstützen.

Meisten kennen das Problem nicht

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Auch Fröhlich kennt das Problem der Kaminfeuerung: „Da haben wir keine Handhabe, das zu unterbinden.“ Hilfreich sei aber eine bundesweite Verordnung für Kleinfeuerungsanlagen aus dem Jahr 2010. Demnach müssen die Besitzer von Kaminen eine Prüfbescheinigung des Herstellers vorlegen, dass die Anlage den Umweltauflagen entspricht. Wer noch einen älteren Kamin hat, für den gelten Übergangsfristen für eine Aufrüstung oder einen Umbau bis 2024. Dazu setzte die Stadt auf die Arbeit der Schornsteinfeger, die auf das Problem hinweisen. Doch Döhne ist da skeptisch: „Die meisten Leute kennen das Problem überhaupt nicht und wissen sicher nicht einmal, was sie da befeuern.“

Für nächstes Jahr kündigt Fröhlich aufwendige Luftmessungen an. „Wir setzen dabei auf stationäre Anlagen und auf Messfahrzeuge. Damit ist es uns möglich zu bestimmen, woher das eigentliche Problem kommt.“ Denn nicht nur Heizungsanlagen, private Kamine und der Verkehr belasten die Luftqualität. Je nach Windstärke und -richtung kommt noch der Stickstoff-Zustrom aus dem Rhein-Main-Gebiet dazu – doch auf den hat die Stadt keinen Einfluss.

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