Ein ganzes Jahr voller Frankfurt

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Taxifahrer und Amateurfotograf Petrus Bodenstaff macht die Stadt zum Kalender. Die Monats-Motive (kleine Fotos) findet er auf seinen Fahrten.

Frankfurt – Petrus Bodenstaff ist eigentlich Taxifahrer. Doch auf seinen Touren durch die Region sammelt er nicht nur Kilometer, sondern hält die schönsten Stellen in Bildern fest. Aus seinen Fotos von Frankfurt hat er jetzt einen Kalender gemacht. Von Mareike Palmy

Die Hauptwache, Alt-Sachsenhausen, der Eschenheimer Turm, der Eiserne Steg, TheSquaire am Flughafen , der Palmengarten oder das Ostend – Taxifahrer Petrus Bodenstaff hat sie alle für seinen Frankfurt-Kalender fotografiert. Etwa 100.000 Mal hat er dafür auf den Auslöser gedrückt.

An mehreren Tagen fuhr er quer durch die Stadt und knipste die schönsten Ecken und Bauten. Da kommt es auch mal vor, das er auf einer Autobahnabfahrt plötzlich das ideale Motiv entdeckt. „Ich kann ja nicht überall halten und parken, also merke ich mir, wenn ich mit dem Taxi fahre, alle prägnanten Ecken und fahre nach Dienstschluss mit dem Fahrrad und der kompletten Kameraausrüstung alles nochmal ab“, sagt der 60-jährige Bodenstaff.

In den vergangenen Jahren hat der gebürtige Niederländer auf diese Weise bereits Eschersheim, Bergen-Enkheim, Höchst, Schwanheim, Wiesbaden, Bad Homburg, Bad Nauheim und Offenbach in einem Kalender verewigt. Auch die ganze Stadt Frankfurt gibt es schon aus der Sicht des fotografierenden Taxifahrers, der seit 39 Jahren in Sachsenhausen lebt.

Der Goetheplatz mit Blick auf die Commerzbank ziert das Deckblatt des neuen Kalenders 2013. Die Fotos der Monatsblätter sind der jeweiligen Jahreszeit angepasst. „Am liebsten ziehe ich zur ,blauen Stunde’ los“, erzählt Bodenstaff. In der imposanten Abendstimmung hat er so manches Pracht-Bild geschossen.

Bei seinen Aufnahmen sind aber nicht nur Highlights dabei, auch Straßen oder Häuser, die keiner kennt, lichtet er für seine Kalender ab. Denn auf Schleichwegen durch die Mainmetropole in seinem Taxi sieht er unterwegs Facetten der Stadt, die den Frankfurtern längst nicht mehr ins Auge fallen. Da staunt der Fotograf sogar selbst: „Ich wusste gar nicht, dass Frankfurt so schöne Seiten hat.“

Sein Hobby kostet natürlich viel Zeit und Geld. Allein die Foto-Ausrüstung war so teuer wie ein Kleinwagen. Seine Aufnahmen bearbeitet er dann abends selbst am Computer. Für die Auswahl der Monats-Motive ist Freundin Karin zuständig.

Den „Frankfurt Kalender 2013“ DIN A3, DIN A4, und DIN A5 gibt’s ab 4,95 Euro bei sämtlichen Buchhändlern in Frankfurt, bei Papier Kraemer, Liebfrauenstraße 1-3, sowie den Hessenshops in Bockenheim, Leipziger Straße 49, und Sachsenhausen, Diesterwegstraße 22.

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