Funkelnde Erinnerung

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Bestatter Adrian Koriath zeigt einen Musterstein.

Offenbach – Herbert Müller bleibt seinen Angehörigen in funkelnder Erinnerung: Die Asche des Ende 2008 verstorbenen 91-jährigen Offenbachers ist zu einem Diamanten gepresst worden. Von Norman Körtge

„Es war sein Wille“, sagt Enkel Jürgen Olbrück. Nach einem Bericht im Fernsehen über die Erinnerungsdiamanten habe er gesagt, dass das eine schöne Sache wäre, erzählt der in Berlin lebende Olbrück. Nach dem Tod des Großvaters nahm Olbrück Kontakt zur Offenbacher Pietät am Odenwaldring auf. „Die Anfragen nach dieser Art der Bestattung häufen sich“, berichtet Bestatter Adrian Koriath, der mit der Schweizer Firma Algordanza zusammen arbeitet.

Herstellung kostet etwa 4.700 Euro

Nach der Einäscherung von Herbert Müller wurde die Asche in die Schweiz transportiert. Mit einem speziellen Verfahren ist diese dort unter hohem Druck und hoher Temperatur zu einem Rohdiamanten gepresst worden. Abhängig vom Karatgewicht des bestellten Diamanten, dauert die Transformation mehrere Monate. Anschließend wird er geschliffen und poliert. Im günstigsten Fall – 0,4 Karat – kostet die Herstellung des Diamanten etwa 4700 Euro. Für einen Einkaräter sind rund 13.000 Euro zu zahlen.

Einige Angehörige hätten sich den Diamanten in ein Schmuckstück einarbeiten lassen, um die Erinnerung an einen geliebten Menschen immer bei sich tragen zu können, sagt Koriath.

Herbert Müller hingegen ruht sanft gebettet in einer Schmuckschatulle.

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