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Für Olympia zahlt der kleine Mann

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Große Freude am vergangenen Wochenende in Frankfurt: Mit viel Tam-Tam wurde bekannt gegeben, dass Hamburg ins Rennen als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2024 geht. Große Freude bei allen Beteiligten und. Kommentar von Axel Grysczyk 

in der Sportwelt. Einzig allein die immensen Kosten thematisiert niemand. Allein die Bewerbung schlägt mit rund 50 Millionen Euro zu Buche. Das „Hamburger Abendblatt“ traut sich, die Euphorie zu bremsen und schätzt die Kosten auf insgesamt 6,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der jährliche Haushalt Hamburgs beträgt rund zwölf Milliarden Euro. Dagegen kalkuliert der Hamburger Senat nur mit einer Milliarden Euro. Das klingt besser, lässt aber außer Acht, dass die Veranstalter auch Geld für Planung, Straßen und öffentliche Verkehrsmittel sowie fürs Wohnen für Sportler im Olympischen Dorf einrechnen müssen.

Es klingt besonders dreist, wenn die Olympischen Spiele in der Stadt ausgetragen werden sollen, die international damit in die Schlagzeilen gekommen ist, dass sie sich beim Bau der Elbphilharmonie komplett verhoben hat. Die Baukosten haben sich inzwischen mehr als verzehnfacht: Plante man ganz am Anfang mit 77 Millionen Euro, müssen inzwischen rund 800 Millionen Euro gezahlt werden. Fertig ist der Bau noch nicht.

Es ist wichtig, den Menschen in Deutschland und vor allem in Hamburg zu sagen: Es könnte sein, dass wir die Olympischen Spiele bekommen, aber dafür müssen wir noch Jahre später extrem sparen. Und wenn wir sie nicht bekommen, haben wir einfach mal so 50 Millionen Euro Steuergelder verblasen.

Axel Grysczyk

Axel Grysczyk

E-Mail:axel.grysczyk@extratipp.com

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