Ostern: Früher gab‘s neue Klamotten

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Wie war Ostern früher? Edith Fleck (von links am Tisch), Gerda Brand, Hans-Dieter Brand, Elli Schirrmeister, Karlheinz Geuckler und Maria Hamersky erinnern sich an ihre Kindheit.

Langen – „Stiebe, stiebe Osterhase, gibst du mir kein Osterei, stieb ich dir dein Hemd entzwei“, trägt Edith Fleck den traditionellen Reim vor, denn sie als Kind gelernt hat. Bei Kaffee und Kuchen erinnern sie Langener Senioren wie Ostern in den 20er und 30er Jahren war.  Von Norman Körtge

„ ‚Stieben gehen‘ hieß das“, erinnert sich Edith Fleck. Mit einem Stöckchen in der Hand stand sie damit am Bett ihres Onkels, der sich schlafend stellte, durch den Spruch geweckt wurde und dann natürlich ein Osterei herausrücken musste. Mit anderen Bewohnern des Langener Senioren- und Pflegezentrum Ahornhof sitzt sie zusammen und erinnert an frühere Osterzeiten.

„An Ostern gab es früher immer neue Kleider und Schuhe“, erzählt Hans-Dieter Brand. Ein zwiespältige Sache. Denn das hieß auch, dass mit den neuen, feinen Kleidern beim Ostersonntags-Spaziergang sehr vorsichtig umgegangen werden musste. Denn der Gang in die Natur gehörte damals einfach dazu. „Ich war immer froh, als ich wieder zu Hause war und endlich spielen konnte“, so Brand. „Wir waren zurecht gemacht wie Püppchen“, fügt Maria Hamersky hinzu.

Natürliche Färbstoffe für die Eier

Mit natürlichen Mitteln wurden die Eier gefärbt: Rote Beete, Zwiebelschalen und Tee. Dass die Eier mit Hand bemalt wurden, haben die sechs Senioren nicht in ihrer Kindheit erlebt. Allerdings gab es irgendwann Abziehbildchen, die auf die Eier geklebt werden konnten. „Wir haben immer Nester aus Moos und kleinen Stöcken gebaut“, erzählt Elli Schirrmeister. Diese kamen dann in den Garten. „An Ostern waren die gut gefüllt“, so Schirrmeister. Zu den beliebtesten Ostergeschenken gehörten Murmeln. „Ein Beutel mit den Glaskugeln war oft im Nest“, sagt Brand. Ansonsten gab es Eier und Schokolade.

Den größten Unterschied zu damals und heute bringt Karlheinz Geuckler auf den Punkt: „Heute kommen ja direkt nach Weihnachten schon die Osterhasen in die Geschäfte.“

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