Fröhliches Landen mitten in Kalbach

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EXTRA-TIPP-Mitarbeiterin Ingrid Zöllner und ihr Co-Pilot Andreas Schneider im Flugsimulator.

Frankfurt – Nur Fliegen ist schöner – dem kann ich nicht zustimmen. Nur, wenn es sein muss, setze ich mich in ein Flugzeug. Ist es erst einmal in der Luft, habe ich kein Problem, wären da nicht Start und Landung. Bei Happy Landings in Frankfurt-Kalbach darf ich selbst Pilot sein. Von Ingrid Zöllner

Seit Anfang November 2011 besteht das Flugsimulationszentrum "Happy Landings" ("Fröhliches Landen"). Die Idee dazu hatten Rick Damm, Ralph Diehl und Fabian Hildenbrand aber bereits vor rund drei Jahren. Hildenbrand wäre gerne Pilot geworden, doch bei der Musterung zeigte sich, wie stark seine Rot-Grün-Schwäche ausgeprägt ist. Auch bei Damm verhinderten medizinische Gründe die Laufbahn als Pilot. Während Damm und Diehl als Musikproduzenten arbeiten, war Hildenbrand Producer bei Werbefilmen. Die Idee und die Lust zur Veränderung ließ das Projekt entstehen.

20 echte Piloten sind bei Happy Landings angestellt, die Besuchern bei ihren Simulationsflügen helfen. Dabei nimmt der Besucher stets Platz auf dem Kapitänssitz. Je nach Gusto stehen die Passagierflugzeuge A320 und B737 und zwei F16-Kampfjets Fighting Falcon zur Verfügung. „Es sind zu 70 Prozent Männer, die sich damit einen Traum erfüllen“, sagt Hildenbrand. Aber immer mehr Frauen steigen ins Cockpit, oft sogar direkt in den Kampfjet.

Von der Versicherungsbranche in das Cockpit

Im Cockpit sieht es aus wie im echten Flugzeug. Einzig an der Landschaft wird klar, dass sie animiert ist. Ich kann vom Sitz aus den Frankfurter Flughafen auf der linken Seite sehen. Zwischendurch starten und landen Flieger, die auf dem Radar auftauchen. Überall sind Schalter, Knöpfe und Monitore. Ich fühle mich angesichts der ganzen Technik überfordert und nehme dankbar den Ratschlag meines Co-Piloten Martin Schneider an, den Airbus erstmal vom Standort weg zu lenken. Um Pedale und Gas kümmert sich Schneider, während ich versuche, möglichst ohne Schlangenlinien der Bodenmarkierung zu folgen. Anders als in der B737 wird der A320 über einen Joystick und nicht per Steuergriff bedient. Zwischendrin vibrieren die Sitze, in diesen Momenten rollt die Maschine über Bodenschwellen.

Mehr Infos auf der Internetseite von Happy-Landings.

Der 38-Jährige hat erst 2011 seine Berechtigung bekommen, einen A320 zu fliegen. „Ich war vorher in der Versicherungsbranche, in der ich mir das Geld verdient habe, um die Ausbildung zum Piloten finanzieren zu können“, erklärt er.
Nachdem der Vogel auf der Startbahn steht, gibt Schneider Gas und mir das Kommando, wann ich mit dem Joystick die Maschine zum Abheben bringen muss. Das geht schneller als gedacht, schon ist der Flieger in der Luft. Wir fliegen am Frankfurter Norden vorbei, auf der rechten Seite die Skyline, auf der linken kann ich den Feldberg erkennen. Das Wetter und die Sichtverhältnisse sind sehr gut. „Wir hätten auch das reale Wetter einstellen können“, sagt Schneider, aber angesichts meiner Skepsis gegenüber dem Fliegen und der Tatsache, dass es draußen stürmt und regnet, will er mir einen ruhigen Flug garantieren.

Hier üben sogar Piloten

Angelegt ist das Zentrum in erster Linie für den Freizeit- und Erlebnisbereich, es kann jeder ohne Vorkenntnisse fliegen. „Wir haben indes viele Anfragen von Piloten, so dass auch Profis zum Üben herkommen“, berichtet Hildenbrand. Für ängstliche Passagiere sind künftig auch Seminare geplant, bei denen Piloten jedes Geräusch beim Flug erklären. Jede nur denkbare Situation kann simuliert werden, die Starts und Landungen und die Wetterlage sind da nur Puzzleteile.

Wir drehen ab in Richtung Süden, vorbei am Staudinger-Kraftwerk, das sich deutlich von der Landschaft abhebt. Mir reicht ein kurzer Flug, daher geht es auch schon wieder in die Einflugschneise. „Die Nase etwas höher, sonst sind wir zu schnell“, weist mich Schneider an. Wie gebannt halte ich den Joystick und komme ins Schwitzen, schließlich will ich keine Bruchlandung hinlegen. Dann geht alles ganz schnell, die Maschine setzt wie durch ein Wunder sicher auf.

Das lief doch prima“, lobt mich mein Co-Pilot Schneider. Und ich bin auf einmal ganz zittrig, aber irgendwie auch erleichtert.

Der EXTRA TIPP verlost einen Gutschein für eine Stunde Flug im Wert von 159 Euro in einem Passagierflugzeug-Simulator. Zur Auswahl stehen ein Airbus A320 oder eine Boeing 737. Einfach bis kommenden Dienstag, 10. Januar, zwölf Uhr, das untenstehende Gewinnspielformular ausfüllen und abschicken. 

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