Friede den Hütten!

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In den letzten zwölf Monaten brannten in Frankfurts Kleingartenvereinen 36 Gartenhütten ab.

Frankfurt – Rekordverdächtig: Insgesamt 36 Gartenhüttenbrände löschte die Feuerwehr Frankfurt in den vergangenen zwölf Monaten. Erst am Silvesterabend brannte wieder eine Laube lichterloh. Übrig bleibt oft nur ein Haufen Asche. Der Sachschaden geht in die Hunderttausende. Von Mareike Palmy

Dichter Rauch stand am Silvesterabend gegen 22 Uhr über dem Kleingärtnerverein in Goldstein. Eine Gartenhütte brannte lichterloh. Als die ersten Einsatzkräfte an der Brandstelle eintrafen, stand die Laube bereits total in Flammen. Auch am Heiligabend fackelten in Sindlingen zwei Gartenhütten völlig nieder. Zehn Tage davor loderten vier Gartenhütten in einer Kleingartenanlage an der Mainzer Landstraße. „Es gab enorm viele Gartenhüttenbrände in relativ kurzen Abständen, die wir löschen mussten“, bestätigt Hauptbrandmeister Walter Kirchhof von der Frankfurter Feuerwehr.

Auffällig: Im Februar und Juni gab es keinen einzigen Gartenhüttenbrand in Frankfurt. Um so mehr waren es dagegen im Spätherbst und im Winter. „Vor allem im letzten Abschnitt des Jahres waren wir oft im Einsatz, um Gartenhütten zu löschen. Im Gallus kann man sogar von einer Brandserie reden. Über die Gründe können wir aber nur spekulieren. Das ist Aufgabe der Polizei“, so Kirchhof.

Brandstiftung an Gartenhütten hat zugenommen

Denn im Winter passiert es häufiger, dass Gartenhütten in Brand geraten. Das kann darauf zurückzuführen sein, dass wegen der Kälte in den Hütten zu stark geheizt wurde. Ebenso sind technische Defekte oder vorsätzliche Brandstiftung eine mögliche Ursache.

Ein großer Teil der Fälle bleibt aber meist ungeklärt“, weiß André Sturmeit von der Polizei Frankfurt. „Die Vielzahl der Brände in der letzten Zeit hat uns natürlich Maßnahmen ergreifen lassen. Vor allem der Kleingärtnerverein Ackermann, der KGV Goldstein und die Sindlinger Kleingartenanlage waren oft offen. Dort sind wir dann Streife gefahren.“

Für die Frankfurter Kleingärtner ist Laubensachbeschädigung nichts Neues. „Vor allem Brandstiftung an Gartenhütten hat zugenommen. Die Hemmschwelle, was das Eigentum anderer angeht, ist einfach immer mehr gesunken“, sagt Hannelore Dörr, Vorsitzende des Dachverbandes der Stadtgruppe der Kleingärtner. „Wir sind ratlos, aber vermuten eine Gruppe von Jugendlichen, die hier nachts randaliert. Erst kürzlich wurden die Scheiben einer Laube durchschossen.“

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