Frankfurter Fotograf

Ostend: Freddy Langer setzt Promis Schlafbrillen auf

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Freddy Langer liebt Bücher – in seinem Arbeitszimmer liegen hunderte.

Ostend – Wenn Freddy Langer prominente Menschen darum bittet, sie mit Schlafbrille fotografieren zu dürfen, dann macht er keine Scherze, sondern frönt seiner großen Passion – der Fotografie. Von Christina Langenbahn

Isabel Allende

Seit 30 Jahren ist der Frankfurter aus dem Ostend mit Polaroidkamera und zwei Schlafbrillen in der Tasche unterwegs, fotografierte auf seine ganze spezielle Weise schon Joseph Beuys und Andy Warhol, bat Maria Furtwängler und Claudia Cardinale zum Schlafbrillen-Porträt. 
400 bekannte Gesichter hat Freddy Langer bisher abgelichtet, seine Bilder vielfach ausgestellt. Aktuell sind 200 seiner Werke sogarim Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster zu sehen.
Von Gesichtern, die schon zu Tode fotografiert sind, will ich das letzte Porträt“, sagt Freddy Langer und erklärt damit nicht nur den Reiz seiner Kunst, sonder auch ihre Motivation: Kaum ist die Schlafbrille platziert, entspannen sich die Gesichtszüge, professionelle Mimik weicht Natürlichkeit, der neuen weicht die alte Maske. Zu bewundern sind seine Bilder nicht nur in Ausstellungen, sondern auch in zweien seiner Bücher, denn Schriftsteller ist Langer auch. An 20 Büchern hat er mitgewirkt, sie selbst geschrieben oder herausgegeben. „Man sagt ja ,ein Foto schießen’“, sagt Langer, „und es hat eben auch etwas von einer Exekution, wenn man mit dem gesicht auf der Brille an der Wand steht.“
In Frankfurt wurde Freddy Langer 1957 geboren, in Frankfurt lebt er immer noch, seit einigen Jahren im Ostend. „Ich fühle mich in Frankfurt zu Hause“, sagt der Autor und macht es sich dabei auf seinem antiken Esstischstuhl bequem, schiebt die Ärmel seines dunkelblauen Pullovers locker nach oben und nimmt einen kleinen Schluck aus der Kaffeetasse. „In dieser Stadt gibt es alles: Kinos genauso wie Kunstbuchhandlungen, gute und schlechte Restaurants, Frankfurt ist weitläufig und gleichzeitig wie eine Kleinstadt – man trifft immer jemanden, den man kennt, man ist eingebunden“, sagt Langer. „Das ist Heimatgefühl.“

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