Menschen aus meiner Stadt

Franz Stein ist der Motor des Ostends

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Franz Stein

Ostend  - Nachbarschaftshilfe  Ostend, VdK, Ortsbeirat  Bornheim-Ostend und viele Vereine, die sich dem Wohl der Mitbürger und der Stadtteilhistorie widmen – alle hat Franz Stein  während der Nachkriegsjahrzehnte entscheidend mitgeprägt, bei vielen tut er das bis heute. Von Ursula Wetzel

„Mein Leben war, um für die Leut’ was Gutes zu tun.“ Dieses Fazit zieht der 82-jährige Franz Stein heute. Schon bei seiner Geburt in der Neugasse befand er sich nahe am Ostend. Nachdem er mit seiner Mutter und drei Brüdern ein Jahr bei Verwandten in der Rhön verbracht hatte, scheute die Familie 1945 keine Mühen, um wieder in Frankfurt heimisch zu werden. Einen Tag vor Inkrafttreten des Zuzugsverbots zog sie in die Allerheiligenstraße, 1955 wechselte Franz Stein in die Weiherstraße. Der Vater war im kommunistischen Sportbund und deshalb den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Sein früher Tod im Krieg, 1942, ist wohl einer der Gründe für Franz Steins Engagement im VdK, einst als „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner“ gegründet. Bereits als Jugendlicher war Franz Stein Ministrant und Pfarrjugendführer.

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Während seines komplett bei den Adlerwerken verbrachten Berufslebens setzte er sich als Betriebsrat  und später auch als Personalchef für seine Kollegen ein. „Ich habe als Kind viel Bildung versäumt, aber in meinem Leben viel gelernt und sage mir immer: ‘Wenn ich was mache, dann richtig’.“ Also bildete sich der gelernte Kfz-Mechaniker in Volkshochschul- und anderen Kursen weiter. Seine Aktivität in der Kommunalpolitik begann, als 1970 eine Autobahn bis ins Ostend hinein gebaut werden sollte: „Der ‘Rüssel’ hätte die ganze Ostparkstraße kaputt gemacht“, erinnert er sich.

Mitbegründer des Vereinsrings Ostend

Franz Stein hat es mit den Straßen, dabei geht es ihm stets um die Menschen: Bei der Einrichtung der Weiherstraße als Spielstraße wirkte er maßgeblich mit und freut sich nun jedes Mal, wenn er die Kinder dort spielen sieht. Er ist Mitbegründer des Vereinsrings Ostend und seit 1997 Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Stadtmitte-Ostend, aus dem das Nachbarschaftszentrum und die Selbsthilfe Ostend hervorgingen mit ihren diversen Einrichtungen wie Schuldnerberatung, Strafgefangenen- und Obdachlosenhilfe.

Noch heute hilft er mit Rat und Tat

An der Entstehung der Romanfabrik  war er ebenso beteiligt wie bei der Organisation des Festes „100 Jahre Ostend“. Zudem war Stein 50 Jahre lang im SPD-Ortsbeirat, sechs davon als Ortsvorsteher, aber er wollte nie Berufspolitiker werden: „Ich war nie von irgendeiner Institution abhängig und bleibe das auch.“ Die Institutionen nutzte er immer zum Vorteil der sozial Benachteiligten. „Wir haben Zelte und Toiletten für Obdachlose unter der Flößerbrücke  und im Ostpark  beschafft, die arbeitslosen Polen an der Großmarkthalle unter unseren Schutz genommen, viel Verkehrsberuhigung erreicht – bei solchen Sachen zogen wir immer an einem Strang.“ Noch heute hilft er mit Rat und Tat, wenn zum Beispiel ein Schwerbehindertenantrag auszufüllen ist. Hoffentlich kann er das noch lange tun.

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