Zwei Jahre hat er Zeit

Hat Frankreich ein Spender-Herz für kranken Adil?

+
Hoffen auf ein Spenderherz: Der 30-jährige Adil (rechts) und Mediziner und Aadana-Vorsitzender Majid Hamdouchi.

Region Rhein-Main – Zwar ist Adil nach seiner Schrittmacher-Operation erstmal gerettet. Von Dauer ist sein Glück aber nicht. Zwei Jahre hat er nun Zeit, ein passendes Spenderherz zu finden. Von Christian Reinartz 

Adils Hoffnung ruht jetzt auf den Franzosen. Dort ist es möglich, auch als Ausländer ein Spenderherz zu bekommen. „Wenn es passt, passt es“, sagt Majid Hamdouchi. „Da sind die Franzosen großzügiger.“ In Deutschland sei die Organvergabe so streng gereglt, dass Adil nie eine Chance hätte, ein geeignetes Herz zu erhalten.

Lesen Sie auch:

Wie ein Wunder: Herzkranker Adil vorerst gerettet

Nur acht Prozent Herz: Adil kämpft um sein Leben

Hamdouchi ist Vorsitzender des Vereins Aadana, der für Adil die Spenden gesammelt hat und ihn betreut. Und er ist Arzt. Zusammen mit Adil ist er erst vor wenigen Tagen nach Paris gereist, um mit den Ärzten vor Ort die Möglichkeiten zu besprechen. Eines ist jedoch schon jetzt klar: „Wenn Adil keine Krankenversicherung in Frankreich bekommt, wird es sehr teuer.“ Mit etwa 200.000 Euro rechnet Hamdouchi für eine erfolgreiche Herz-Transplantation. Geld, das Adil bis jetzt noch nicht hat.

Pläne, Adil in Deutschland zu versichern gäbe es nicht, sagt Hamdouchi. „Er hat zurzeit ein Touristenvisum und hat bisher alles selbst gezahlt.“

"Franzosen sind großzügiger"

Spendenkonto

Aamana e.V.

Frankfurter Sparkasse

Iban: DE23500502010200552368

Zwar hatten sich nach der Berichterstattung über Adils Fall zahlreiche Leser solidarisch erklärt und zum Teil hohe Geldbeträge gespendet. Aber es gab auch die andere Seite. Die Menschen, die in Adil einen Marokkaner sehen, der nach Deutschland gekommen ist, um sich hier auf Kosten des Staates operieren zu lassen und ihn am liebsten die Hilfe verweigert hätten.

Für diese kruden Vorstellungen hat Hamdouchi kein Verständnis: „Jede Hilfe, die Adil hier in Anspruch genommen hat, wurde mit Spendengeldern bezahlt“, sagt der Arzt. „Und das haben die Menschen schließlich freiwillig gespendet.“

Adil bedankt sich für Hilfe

Adil selbst ist dankbar für die Großzügigkeit der EXTRA TIPP-Leser: „Mich freut es sehr, dass so viele Menschen zu mir halten und nach mir fragen. Ich hätte niemals damit gerechnet und kann meinen Dank nicht in Worte fassen. Dank den vielen Menschen, die mich weiterhin unterstützen, kann ich der Zukunft positiv entgegen schauen, auch wenn ich noch einen großen Schritt vor mir habe.“

Adil ist aber optimistisch: „Mir geht es momentan viel besser, natürlich bin ich noch nicht geheilt, aber ich bin froh, dass mir die Möglichkeit gegeben worden ist, Zeit zu gewinnen und wenigstens allein auf Toilette gehen und allein etwas laufen zu können. Ich denke es braucht alles seine Zeit, aber ich bin glücklich und hoffe auf weitere Unterstützung.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare