Frankfurts Apfel-Patrouille

+
Landschaftsarchitekt und Obstbauer Albrecht Schaal ist die naturnahe Gestaltung seiner Obstwiesen wichtig. Zäune gegen Diebe will er nicht.

Frankfurt – Keine Macht dem Apfeldieb! Um den Obstdiebstahl auf privaten Streuobstwiesen zu verhindern, wird das Ordnungsamt Frankfurt zukünftig auf Patrouille gehen. Die Obstbauern freut’s. Von Mareike Palmy

Wer Obstdiebstahl beobachtet, kann dies beim Sicherheitstelefon unter Telefon (069) 21239162 melden.

Beim Anblick reifer Äpfel und Birnen auf den Bäumen in den Streuobstwiesen läuft manchem das Wasser im Mund zusammen – und die Hemmschwelle, einfach zuzugreifen, sinkt offenbar. Denn schon seit Jahren sind Obstdiebstähle ein Thema der Frankfurter Landwirte. Jahr für Jahr büßen die Bauern durch Plünderer etwa zehn Prozent ihrer Ernte ein. Der Schaden besteht jedoch nicht nur im Verlust des Obstes. Einige der Obstdiebe klettern sogar in die Bäume und brechen dabei Äste und Triebe ab. Doch da Streuobstwiesen im Außenbereich nicht eingezäunt werden dürfen, bedienen sich immer wieder Personen unerlaubterweise an dem leicht zugänglichen Obst. „Je näher man dem Stadtgebiet kommt, desto größer ist das Problem“, weiß Christa Mehl-Rouschal vom Frankfurter Umweltamt. Sogar mit Kleinbussen rücken die Apfeldiebe an und ernten dreist die Bäume ab. „Jedes Jahr um die Erntezeit klagen die Streuobstwiesenbesitzer und berichten über zum Teil massive Verluste. Bis Ende Oktober wird die Stadtpolizei deshalb nun von Nieder-Erlenbach bis zum Berger Hang verstärkt Streife fahren“, so Mehl-Rouschal weiter.

Zwar verfaulen jedes Jahr in Deutschland Tonnen von Obst, weil unzählige Obstbäume nicht abgeerntet werden, trotzdem ist Apfeldiebstahl kein Kavaliersdelikt.

Auch der Frankfurter Landschaftsarchitekt und Obstbauer Albrecht Schaal kennt das Problem mit den Langfingern. Auf seinen fünf Streuobstwiesen mit rund 70 Bäumen in Sossenheim wurden auch schon Äpfel, Birnen und Nüsse geklaut. „Ich mache das aber aus Gründen der Landschaftspflege und aus Liebe zur Natur, denn Streuobstwiesen sind etwas Wertvolles und wichtig für das Landschaftsbild. Und da will ich keine Zäune, also muss ich damit rechnen, dass Leute das Obst stibitzen“, so der Obstbauer. Es gehe bei dem Problem auch nicht darum, dass sich jemand einen Apfel pflücke, um ihn zu essen, betont Schaal, sondern dass Leute gleich mit Tragetaschen oder Kisten anrücken, um zu klauen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare