Feiern trotz schwerer Krankheit

"Sound of Life": Krebskranke Janna überzeugt Künstler  

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Mit Skyline im Hintergrund: Die Galopprennbahn in Niederrad wird zur Kulisse des Benefiz-Festivals von Janna Rupprecht (von links) und Christina Hauser. Auf der Bühne steht auch Hassan Annouri.

Frankfurt - Krebs mit 15 Jahren: Janna Rupprecht will trotz schwerer Krankheit das Leben feiern und hat ein Benefiz-Festival auf die Beine gestellt. Frankfurter Künstler, wie Hassan Annouri und Chima, unterstützen die 21-Jährige. Von Angelika Pöppel

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Diagnose Krebs. Mit 15 Jahren. Ein harter Schlag für Janna Rupprecht. Nach erfolgreicher Chemotherapie lernte die Frankfurterin mit der Krankheit zu leben. Doch im vergangene Jahr erlitt die damals 20-Jährige einen Rückschlag. Sie rappelte sich wieder auf, studierte sogar Medizin. Doch Anfang des Jahres entdeckten die Ärzte weitere bösartige Tumore am rechten Lungenflügel. „Der Lungenflügel war nicht mehr zu retten und musste entfernt werden“, sagt Janna. Kein Grund für die 21-Jährige das diesjährige Benefiz-Festival abzusagen. Seit vergangenem Jahr telefoniert sie Künstleragenturen ab, entwirft Flyer und Plakate und versucht alles, um ein unvergessliches Festival auf die Beine zu stellen. „So viel Werbung, wie in diesem Jahr haben wir noch nie gemacht“, erzählt sie stolz. Sogar ein Radiospot haben sie und ihre Mit-Organisatorin Christina Hauser aufgenommen.

Chima und Hassan Annouri dabei

Die Patientin und die Betreuerin lernten sich im Haus des Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder“ in Niederrad kennen. „Die Idee stammt aber von Janna“, stellt Hauser klar. Seit 20 Jahren hat die Betreuerin der Einrichtung ein offenes Ohr für die schwerkranken Kinder. „Ich wollte dem Verein etwas zurückgeben“, sagt Janna. Bereits 2011 war die Idee für ein Konzert, dessen Eintrittsgelder gespendet werden, geboren. In diesem Jahr am Samstag, 7. September findet das Festival auf der Galopprennbahn in Niederrad bereits zum dritten Mal statt. Gewinnen konnten die Organisatorinnen diesmal den Frankfurter Chartstürmer Chima. „Schon bevor er so bekannt wurde, hat er sich für den Verein engagiert und mit den Kindern musiziert“, erzählt Hauser. Und auch Rapper Hassan Annouri ist fast schon ein Mitglied der Vereins-Familie: Er stand bei allen Benefiz-Konzerten auf der Bühne. „Diesmal sammelt er auch Spenden“, verrät Hauser. 2011 wurde auch in der Familie des Frankfurter Rappers Krebs diagnostiziert. „Durch die Arbeit mit dem Verein war ich besser darauf vorbereitet“, sagt er.

Das Leben feiern

 Info:

„Sound of Life“: Am Samstag, 7. September auf dem Gelände der Galopprennbahn in Niederrad, Schwarzwaldstraße 125. Einlass: 13 Uhr. Die Karten kosten im Vorverkauf neun Euro, an der Abendkasse zwölf Euro. Ticktes sind erhältlich im Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“, Komturstraße, 3 oder unter www.sound-of-life.net.

Persönlich freut sich Janna besonders auf die zehnköpfige Reggae Band Banjoory, die schon zum zweiten Mal dabei ist. „Die sorgen richtig für Stimmung“, sagt sie. Und darum geht es beim „Sound of Life“. „Wir wollen die Besucher nicht mit dem Tod konfrontieren oder ihnen ständig die Spendendose unter die Nase halten. Es geht darum das Leben zu feiern.“ Trotz Chemotherapie arbeitet die 21-Jährige fast täglich für den perfekten Ablauf des Konzertes. „Es gibt aber auch Tage, da geht gar nichts.“ Auch das Medizinstudium musste sie abbrechen. „Ich werde das Studium auch nicht wieder anfangen. Ich habe genug Zeit in Krankenhäusern verbracht.“ Dennoch ist sie optimistisch: „Wenn ich wieder gesund bin, möchte ich auch beruflich Konzerte organisieren.“

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