Beliebter Treffpunkt hat auch Gegner

Zehn Jahre Wochenmarkt auf dem Friedberger Platz

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Der Markt auf dem Friedberger Platz hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt.

Frankfurt - Seit 2005 gibt es den Wochenmarkt auf dem Friedberger Platz im Frankfurter Nordend. Im Lauf der Zeit hat er sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt - zur Freude der Standinhaber, aber auch zum Leidwesen der Anwohner. Denn viele Besucher feiern auch nach Marktende weiter.

„Warum ist denn heute Musik da?“, wunderte sich eine Stammkundin des Wochenmarktes auf dem Friedberger Platz. Der kleine Markt beging am vergangenen Freitag sein zehnjähriges Bestehen. Dazu spielte die Band „Too Young To Rost“, war die Stabsstelle Sauberes Frankfurt vor Ort und der Abenteuer Spielplatz.

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„Damals, zur Markteröffnung am 28. April 2005, war genauso schönes Wetter“, erinnerte sich Ralf Weyerhäuser, Standinhaber des Weinhandels Rollanderhof. Er ist von Anfang an dabei. „Auch eine Band, die ,Blind Foundation’, hat gespielt. Der Markt ist ganz gut angelaufen, aber es hat ein Jahr gebraucht, bis er von vielen angenommen wurde.“ Noch vier der ehemaligen Stände sind aus der Startphase dabei.

„Die Zeit im Jahr 2011, als beschlossen wurde, den Markt auf den Mittwoch zu verlegen, war für alle Händlern krass“, sagte Weyerhäuser. Andererseits hat er Verständnis für die Anwohner, sitzt selbst mit am runden Tisch, um mit allen Beteiligten Kompromisse zu erarbeiten. „Der runde Tisch ist eine gute Sache, es gibt immer Nachjustierungen“, schätzte der Weinhändler ein, „eine für alle perfekte Lösung ist allerdings nicht zu finden. Aber der runde Tisch hat die Aufmerksamkeit für die Interessen der jeweils anderen Seite geschärft.“

Der Wochenmarkt sei eine rentable Einrichtung für alle 16 Händler, selbst wenn im Sommer wesentlich mehr Umsatz erzielt werden könne als in der kalten Jahreszeit – am Jahresende gliche sich das schon aus.

Weyerhäuser schätzt das junge Publikum auf dem Markt an der Friedberger Landstraße, „es ist das jüngste aller Frankfurter Märkte“, sagte er. Die Händler kämen alle gut miteinander aus, der Platz und das Publikum – besonders das abendliche Feiervolk – stellten allerdings besondere Anforderungen an den Markt, machten einen höheren Aufwand notwendig. Punkt 20 Uhr ist für die Markthändler Schluss, da hält sich jeder dran. Rangeleien habe es auf dem Markt noch nie gegeben, sagte Weyerhäuser.

Niemand will Urinal vor dem Haus haben

Und die Feiern? „Das liegt daran, dass es wohl eine der ersten Möglichkeiten im Jahr ist, sich draußen zu treffen“, vermutet der Weinhändler. Man merke, wenn die Festsaison beginne, dann zögen die Leute weiter. Claudia Gabriel, Leiterin der Stabstelle Sauberes Frankfurt, erzählte zum Thema Feiern von einem Problem: „Wir wollen ein zusätzliches Urinal aufstellen, aber keiner der Anwohner möchte das natürlich vor seinem Haus haben. Jetzt müssen wir nach einem geeigneten Platz suchen.“

Derweil freuten sich Händler und Marktbesucher über die musikalischen Einlagen. „Hier auf dem Friedberger Platz ist die Atmosphäre schön“, lobte Stefanie Gottschalk von Fisch-Feinkost Zimprich, der ebenfalls seit Jahren dabei ist. Es gebe viele Stammkunden, die Leute seien nett. Während die Stammkundschaft eher Frischfisch kaufe, seien Fischbrötchen und Backfisch am späten Nachmittag die Renner.

Erst seit drei Jahren kommt Jörg Peter im Auftrag der Metzgerei Heinz Richhardt zum Markt, der Stand bestehe allerdings schon viel länger. „Die heiße Theke wird geschätzt, neben den Stammkunden haben wir auch viel Laufkundschaft, das ist gut“, sagte Peter. Gegenüber hatte der Abenteuer Spielplatz seine Tische aufgebaut, Schüsseln mit Bananen, Äpfeln und roten Trauben warteten auf Kinder, die – mit extra bereitgestellten Schürzen – Freude am Schnippeln hatten; es sollte schließlich ein großer Obstsalat werden. „Wir haben auch eine kleine Kelter dabei, um Traubensaft zu pressen“, erklärte Gerd Eifert, der mit Nadine Sattig den Stand betreute.

jf

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