Durch Mentales Training zu mehr Erfolg

Frankfurter überzeugt: Wer sich als Held vorstellt ist erfolgreicher

+
Dennis Tröger hat die Methode "Mindtelling" entwickelt: Wer sich vor einer Herausforderung als Held vorstellt, der ist selbstbewusster und mutiger.

Region Rhein-Main – Mit zitternden Knien zum Vorstellungsgespräch, schweißgebadet in die Prüfung? „Das muss nicht sein“, sagt Dennis Tröger und stellt im EXTRA TIPP ein Rezept dagegen vor: Warum sich nicht einfach zum eigenen Helden machen und jede Herausforderung besser bestehen? Von Oliver Haas

Sich einfach den eigenen Helden zaubern, damit die Prüfungsangst verschwindet oder Nervosität sich fast in Luft auflöst? Was sich merkwürdig anhört, ist wissenschaftlich bewiesen. Und Dennis Tröger aus Frankfurt ist überzeugt: Mit dieser Methode kann man fast jede Lebens-Herausforderung besser meistern. Der 30-jährige selbständige Unternehmensberater hält Vorträge und Workshops zum Thema Priming-Effekt (siehe unten)

Siegerpose lässt die Glückshormone ansteigen.

Auf seine Helden-Methode, die er Mindtelling nennt, ist er durch ein interessantes Experiment aus den USA gekommen. Amy Cuddy, eine Psychologin an der Technischen Hochschule und Universität in Cambridge, hatte festgestellt, dass sich der Einfluss von Priming sogar im Blut nachweisen lässt. Sie ließ eine Gruppe für zwei Minuten eine Siegerpose einnehmen. Damit ist beispielsweise eine Pose gemeint, wenn Sportler nach einem Zieleinlauf die Arme in die Luft reißen. Oder aber auch, wenn jemand selbstbewusst die Hände in die Hüfte stemmt. Die Wissenschaftlerin hat das Glückshormon Dopamin und den Stresshormonlevel vor und nach den zwei Minuten gemessen. Das verblüffende Ergebnis: Nachdem die Teilnehmer zwei Minuten Held waren, beziehungsweise sich wie ein Held durch die entsprechende Pose benommen hatten, stieg deren Dopaminhaushalt stark an und die Stresshormone im Blut reduzierten sich. Bei einer anderen Studie sind Teilnehmer, die diese Siegerpose einnahmen, von einer Jury als viel kompetenter wahrgenommen worden.

Erfolg kann davon abhängen, an wen man vorher denkt

Diese Auswirkungen des Priming-Effektes könnte man sich laut Tröger nun in vielen alltäglichen Situationen zu Nutze machen. Man schafft sich sozusagen seinen Helden oder eigenen Coach, der einem in schwierigen Situationen hilft. „Denn der Erfolg, eine Prüfung oder andere bestimmte Lebenssituation zu meistern, kann entscheidend davon beeinflusst werden, an wen man vorher gedacht hat“, so Tröger. Dies müsse nicht zwingend eine reale Person sein. „Wichtig ist, dass es sich um jemanden handelt, der bereits Experte auf dem Gebiet ist, auf dem man in der kommenden Situation bestehen will.“ Beispielsweise könne man sich vor einem Marathonwettkampf mit jemanden unterhalten, der bereits erfolgreich Marathon gelaufen ist. Oder etwa Videos von solchen Menschen anschauen. Wichtig sei nur, dass man es seinem Idol oder Helden zutraut, diese Situation, vor der man selbst steht, mühelos zu meistern. „Und man muss sich das Ganze immer sehr bildhaft vorstellen und vielleicht sogar einmal durchspielen.“ Damit sei etwa die Jubelpose des Helden vor dem Spiegel gemeint.

Und vor einem Bewerbungsgespräch könne es helfen, wenn man sich vorstellt, wie besonders eloquente und kompetente Personen in diese Situation gehen würden. Auch dies wurde bereits nachgewiesen. In einer Studie sollte sich eine weibliche Testgruppe eine zeitlang Bilder mit erfolgreichen Frauen, wie etwa Hillary Clinton, anschauen. „Diese Frauen hatten dann beim anschließenden Gepräch auf die Jury eine viel kompetentere Wirkung“, sagt Tröger.

Das ist der Priming Effekt

Unter Priming verstehen Wissenschaftler, wenn das Denken eines Menschen in einer bestimmten Art beeinflusst wird. Und zwar so, dass ein vorausgehender Reiz die Verhaltensweise bei der darauffolgenden Reaktion beeinflusst. Dabei kann dieser Reiz ein Wort, ein Geruch, ein Bild oder ein Film sein. Herausgefunden hat man dieses Phänomen beim sogenannten Florida-Effekt 1996. Damals wurden Probanten mit vielen Begriffen konfrontiert, die sich um das Wort „alt“ drehen. Also etwa: faltig, grau, gebrechlich, langsam und ähnlichem. Das Ganze hat sich dann unbewusst auf das Verhalten dieser Menschen ausgewirkt. Sie bewegten sich dann nachweislich langsamer und schwerfälliger.

Aus diesem Ergebnis schlossen die Wissenschaftler dann die Erkenntnis, dass dieser Priming Effekt auch zur positiven Beeinflussung des eigenen Verhaltens genutzt werden kann. So, dass Gedanken an besonders schöne Ereignisse auch ein Lächeln und gute Laune auf das Gesicht zaubern könnten. In der Regel läuft diese Beeinflussung unbewusst ab. Im Gehirn wird beim Priming das Unterbewusstsein auf bestimmte Ereignisse vorbereitet. Durch einen Reiz werden im Gehirn dann Gedächtnisinhalte aktiviert, und diese lösen aufgrund früherer Erfahrungen und Erlebnisse spezifische Assoziationen aus. Das Gehirn sucht automatisch passende Inhalte zu einem Thema. Wenn man zum Beispiel in einer Gaststätte sitzt und einen Blick in die Speisekarte wirft, dann würde es somit ausreichen, wenn dort unter den Speisen “_uppe“ stehen würde.

Superhelden, Monster und Fantasiewesen - Die Comic Con 2014

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare