Frankfurter Psychologin gibt die ultimativen Tipps

Erste gemeinsame Wohnung: So überlebt die Liebe den Alltag

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Sie ist genervt von seiner Unordnung, er von ihrem Deko-Wahn, im Bett herrscht Flaute: Die erste gemeinsame Wohnung wird für viele Paare zum Beziehungskiller.

Region Rhein-Main – Für viele Paare geht mit der ersten gemeinsamen Wohnung ein Traum in Erfüllung. Doch die Realität ist oft weniger romantisch. Psychologin Eva Frank-Noyon gibt Tipps, wie das Zusammenleben trotz Alltagstrott funktioniert. Von Kristina Bräutigam

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Jeden Abend nebeneinander einschlafen, gemeinsam kochen, Zweisamkeit pur: Wer sich liebt, wünscht sich oft nichts sehnlicher, als endlich mit dem Partner zusammenzuziehen. Doch der Traum vom gemeinsamen Liebesnest wird für viele Paare zum Beziehungskiller. Statt Liebe gibt es Streit um Bartstoppeln im Waschbecken, im Bett herrscht Flaute statt Leidenschaft. Die Frankfurter Psychologin Eva Frank-Noyon hat für die Extra TIPP-Leser fünf Tipps parat, mit denen die Liebe den Alltag überlebt.

Vorstellungen abgleichen

Bevor ein Paar beschließt zusammenzuziehen, sollte es seine Vorstellungen abgleichen. Was denkt mein Partner über Ordnung, Sauberkeit, Einrichtung? Welche Erwartungen haben beide an den gemeinsamen Alltag? „In der Phase der Verliebtheit sehen wir nur Gemeinsamkeiten. Erst im Alltag fallen die Unterschiede auf. Damit die Enttäuschung nicht zu groß ist, sollten Paare immer vorher darüber reden,“, sagt Eva Frank-Noyon.

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Absprachen treffen

Statt sich jedes Mal über nicht rausgebrachten Müll und offene Zahnpastatuben zu streiten, sollten Paare klare Absprachen treffen. Dafür braucht es keinen strengen Plan: „Vielleicht spült der Mann lieber das Geschirr, während sie kein Problem mit Bügeln hat“, sagt die Psychologin. Ist es für einen von beiden allerdings extrem wichtig, einmal in der Woche das Bad zu putzen, sollte der Partner dies respektieren, ohne ständig von Neuem darüber zu diskutieren. „Unterschiede respektvoll akzeptieren, nicht eliminieren, heißt die Zauberformel“, sagt die Expertin.

Sich um einander bemühen

Früher haben sie sich verabredet und für den anderen schick gemacht, heute hocken sie in Jogginghose vor dem Fernseher: Viele Paare vergessen nach dem Zusammenziehen, dass sie dauerhaft in die Beziehung investieren müssen. „Wichtig ist, die gemeinsame Zeit zu planen und bewusst miteinander zu verbringen“, rät Eva Frank-Noyon. Das müsse nicht immer ein Restaurantbesuch sein. „Auch ein Fernsehabend ist okay, wenn das Paar sich dabei in den Arm nimmt, über den Film spricht und so zeigt: Ich freue mich, dass du da bist.“

Sex ja, aber ohne Zwang

Oft killt der Alltagstrott die Lust, im Bett herrscht Flaute. Völlig in Ordnung, sagt die Psychologin. „In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist man abends oft kaputt, besonders Frauen greifen da lieber zum Buch.“ Von der Vorstellung, dass beide wie früher spontan über einander herfallen, sollten sich Paare verabschieden. Aber: Von Verabredungen zum Sex rät die Expertin ab: „Das erzeugt unnötig Druck.“ Sie empfiehlt Paaren, sich ganz ungezwungen körperlich nahe zu kommen, nackt zu kuscheln. „Kommt es nicht zum Sex, auch gut“.

Freiräume schaffen

„Grundsätzlich ist es ratsam, nicht pausenlos aufeinanderzuhocken und auch mal Aktivitäten ohne den Partner zu unternehmen“, sagt Eva Frank-Noyon. Rückzugsorte in der gemeinsamen Wohnung seien ebenfalls wichtig. „Jeder braucht seine Ecke, in der er Zeit verbringen kann“, rät die Frankfurter Expertin. Wenn der Partner die auch noch nach seinen Wünschen einrichten dürfe, sei das ein guter Anfang.

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