Frankfurter Planungsdezernat

Modelle der geplanten DFB-Akademie ausgestellt

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Olaf Cunitz (links) und Stefan Hans (rechts) stellten Sieger Gerhard Wittfeld vor.

Frankfurt - Die Planungen einer DFB-Akademie auf dem Gelände der Galopprennbahn sorgen weiter für Streit. Was dort genau entstehen soll und welche Vorschläge verworfen worden, zeigt jetzt eine Ausstellung. Im Planungsdezernat sind die Modelle zu sehen.  

Der Entwurf des Büros Kadawittfeldarchitektur Aachen hat die Jury überzeugt: Ihre Idee für den Neubau der Akademie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich gegen 29 andere Mitbewerber durchgesetzt. Das hatte der DFB bereits am 1. Juni bekannt gegeben. Ab sofort ist im Foyer des Planungsdezernats eine Ausstellung der Entwürfe zu sehen. Zur Vernissage nahmen die vier Bestplatzierten Urkunden und Schecks entgegen.

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„Es war für alle ein extrem spannender, nichtöffentlicher, zweiphasiger Wettbewerb, der die sensible Nutzung eines speziellen Terrains beinhaltete“, eröffnete Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz die Exposition. „Mit dem Siegerentwurf hat die Stadt Frankfurt ein herausragendes Konzept für die Akademie erhalten. Es wurde flächeneffizient und nachhaltig geplant.“ Der stellvertretende Generalsekretär des DFB, Stefan Hans bedankte sich bei den 30 Teilnehmern aus acht Ländern: „Wir haben bei der ersten Zusammenkunft mit den eingeladenen Architekturbüros darauf hingewiesen: Auf dem Gelände findet Fußball statt, es ist eine Herzblutangelegenheit. Die Entwürfe zeigen dazu völlig unterschiedliche Herangehensweisen.“

Alles sei gut strukturiert und termingerecht verlaufen, fuhr der Funktionär fort. Die Modelle seien noch vor dem Bürgerentscheid vorgestellt worden. Diesen hatten die Gegner der DFB-Akademie verloren. Der Komplex soll auf dem Gelände der Frankfurter Galopprennbahn entstehen. Diese müsste für das Projekt weichen. Ein von den Rennbahn-Befürwortern initiierter Bürgerentscheid hatte das erforderliche Quorum verpasst. Demnach hätten mindestens 126.800 Wahlberechtigte ihre Stimme für den Erhalt der Rennbahn abgeben müssen, am Ende waren es nur 62.900. Da nützte es wenig, dass im Gegensatz dazu nur 40.196 Nein-Stimmen zusammen kamen.

„Die Zukunft des Fußballs für die nächsten 15 Jahre"

Hans verdeutlichte: „Die DFB-Akademie ist mehr als ein Gelände, es ist die Zukunft des Fußballs für die nächsten 15 Jahre.“ Preisrichter Zvonko Turkali erläuterte im Anschluss die Siegermodelle. Vorher wies er auf die besonderen Anforderungen des Wettbewerbs hin: „35.000 Quadratmeter groß ist das Areal, es ist bereits vorgeprägt. Das, was da ist, sollte von dem Neuen nicht erstickt werden. Gute Beziehungen zur Nachbarschaft sind notwendig. Es ist ein Projekt, zu dem es keine Beispiele gibt.“ Ein offenes Haus wurde gewünscht, das eine Haltung sichtbar mache, aber nicht überzogen sei.

Das Modell von Agps Zürich kam auf den vierten Platz. Auf dem dritten Platz landete der Entwurf von Schulz & Schulz Architekten Leipzig: „Ein großes Gebäude im Zentrum spricht für sich. Aber die Bebauung entlang der Kennedyallee ist nicht sinnvoll“, erklärte der Preisrichter. MGF Architekten und Jetter Landschaftsarchitekten Stuttgart erreichten den zweiten Platz mit einem 400 Meter langen und hauptsächlich zweigeschossigen Gebäude. Kadawittfeldarchitektur siegte mit einem Entwurf, bei dem Spielfelder und Gebäude eine Einheit bilden und große Grünflächen erhalten bleiben. Gerhard Wittfeld freute sich über ein Preisgeld in Höhe von 38.000.

Bereits 2018 soll der Komplex fertiggestellt sein. Das Gesamtbudget wird mit knapp 90 Millionen Euro angegeben, Fifa und Uefa beteiligen sich mit 7,6 Millionen Euro. Öffentliche Mittel sind nicht erforderlich. Allerdings haben die Rennbahn-Befürworter ein weiteres Vorgehen angekündigt.

Die Ausstellung im Planungsdezernat in der Kurt-Schumacher-Straße 10 ist bis zum 15. Juli montags bis freitags zwischen 8.30 Uhr und 18 Uhr zu sehen.

jf/skk

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