Schüler pflanzen im Garten des "Grünen Daumens" 

Frankfurter können Obst und Gemüse im Güntherburgpark ernten  

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Frankfurt – Gänseblümchen und Löwenzahn sind für Besucher des Günthersburgparks ein alltäglicher Anblick. Doch wer die Flächen abseits der Wege erkundet, kann den Garten des „Grünen Daumens“ entdecken. Hier gibt es Obst und Gemüse.

Im Garten des „Grünen Daumens“pflanzen Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Nordend  seit fast drei Jahren Blumen, Obst und Gemüse an. Und jeder der vorbei kommt, kann sich an den Ergebnissen des jugendlichen Engagements erfreuen. Das Areal liegt etwas versteckt, abseits des Wegesrands, hinter dem Kinderzentrum Weidbornstraße. Von weitem ist ein kleiner Holzzaun zu sehen, durch den zwei rosenumrankte Tore den Weg ins Innere freigeben. Eine schwarze Tafel verkündet in geschwungener Schrift, dass Besucher einen Projektgarten betreten. Dahinter eröffnet sich ein florales Kleinod mit eingefassten Blumenbeeten und Obstbäumen, Kräuter- und Steingärten. Es ist das Reich einer zehnköpfigen Schüler-Arbeitsgemeinschaft, die sich einmal wöchentlich dort trifft.

Jeder kann vorbei kommen

Gemeinsam säen und pflanzen die Fünft- bis Zehntklässler, jäten Unkraut, schneiden Äste zurück und bewässern ihre grünen Schützlinge. „Am beliebtesten ist aber immer noch das Rasenmähen“, sagt Dirk Petrat von der IGS-Jugendhilfe. Er leitet die Arbeitsgemeinschaft, seit diese im August 2011 auf Initiative der Stadtteilbotschafterin Miriam Scherer  entstanden ist. Unterstützung erhält er dabei von Mitarbeiterin Aylin Kress. Gemeinsam leiten sie die Kinder und Jugendlichen an, die manchmal in ihrem Schaffensdrang eher gebremst als motiviert werden müssen. „Hier, riecht mal!“, fordert der elfjährige Oskar auf und hält ein paar unscheinbare Stängel einer Pflanze in der Hand, die er gerade vom Beet gepflückt hat. Das Colakraut macht seinem Namen alle Ehre. Ein süßer Limonadengeruch zieht durch den Garten. „Da bekommt man doch gleich Lust auf ein Glas“, resümiert der Fünftklässler und grinst unter seinem braunen Lockenkopf hervor. Aber auch die Lupinen riechen gut, ebenso wie die Rosen, die Clematis und der Mohn, die zur Zeit in voller Pracht stehen.

Koreanische Minze und Olivenkraut
Würziger wird es im hinteren Teil des Gartens, wo das neueste Projekt der Schüler wartet. Als Wettbewerbsbeitrag für die „1822-Schule und Natur“-Ausschreibung der Frankfurter Sparkasse haben die Schüler einen Kräutergarten angelegt. Spiralförmig sind die Töpfe angeordnet. Koreanische Minze und Olivenkraut sind nur zwei der schmackhaften Pflanzen, die dort ein neues Zuhause gefunden haben. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Arbeitsgemeinschaft am Wettbewerb teilgenommen, damals mit ihrem Steingarten. „Jetzt fehlen eigentlich nur noch Schieferplättchen, die beschriftet und dann in den Töpfen in die Erde gesteckt werden, damit auch jeder erkennt, was dort wächst“, sagt AG-Teilnehmerin Katharina.

Gartenarbeit im Blog verfolgen

Die Pflanzen im Garten werden teilweise gekauft, teilweise aber auch gespendet. Manchmal erleben die Schüler aber auch Überraschungen. „Einmal kamen wir in den Garten und da hatte jemand plötzlich drei neue Pflanzen ins Beet eingesetzt“, erzählt der zwölfjährige Samuel. „Es ist ein offener Garten und jeder kann kommen und gehen, wie es ihm beliebt“, sagt AG-Leiter Pet-rat. „Von Vandalismus sind wir glücklicherweise bislang verschont geblieben.“ Auch von pädagogischer Seite aus freut ihn das. Die Arbeit im Projektgarten soll den Kindern nicht nur die Natur näher bringen. Es gehe auch darum, Verantwortung für etwas zu übernehmen, es für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und darauf zu vertrauen, dass die Leute respektvoll damit umgehen. Das klappt ganz gut, nur beim Ernten hapert es noch ein wenig. Jeder Besucher darf sich gern in Maßen an den Erd- und Himbeeren, Kartoffeln, Zucchinis und anderen Leckereien bedienen. Nur manche sind zu voreilig und ernten zu früh. „Das ist schade, aber das bekommen wir auch noch in den Griff“, sagt Samuel. Wer die Arbeit der jungen Gärtner verfolgen will, kann dies auch im Internet unter www.der-gruene-daumen.over-blog.de.

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