Eine Wurst als Surfbrett

Frankfurter nehmen bei EM-Badewannenrennen teil

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Niklas (vorne in der Badewanne) und Vincent sitzen in ihrer pinken Badewanne und sind startklar für das Rennen.

Frankfurt – Sie beherrschen es einwandfrei: Paddeln und das Gleichgewicht halten. Zwei Frankfurter legen sich für die erste Europameisterschaft im Badewannenrennen ins ordentlich Zeug. Von Silke Gottaut

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Zwei rosa Hüte, eine knall-pinke Plastik-Ente und eine pinke Badewanne. Diese paddeln zusammen mit Kapitän Niklas und Matrose Vincent auf dem Wasser – jedoch in einer Badewanne im Schwimmbad. Außergewöhnlich, aber wahr. Ende Juli hat im Eschersheimer Freibad ein Badewannenrennen statt gefunden. Dort kämpften über 40 Zweier-Teams um den Siegertitel und damit in den Einzug zur ersten Europameisterschaft im Badewannenrennen in Wolfsburg. Niklas Hisgen und Vincent Steverding paddelten sich in das Finale. „Wir haben nur aus Spaß mitgemacht“, sagt Niklas. „Und uns beim Wettbewerb eigentlich nur kaputt gelacht.“ Die Teams mussten jeweils in ihrer Badewanne vom einen Beckenrand zum anderen paddeln, dort um eine Plastikente herum, und wieder zurück. Wer zuerst ankam, vorher nicht unterging oder umkippte, kam eine Runde weiter.

Einfach drauf los paddeln

Eine Taktik hatten die beiden 15-jährigen Frankfurter nicht. „Wir sind einfach drauf los gepaddelt. Das Gute ist, dass wir beide gleich schwer sind, so wackelte die Badewanne nicht so sehr,“ erklärt Vincent. Die Idee für das Badewannenrennen hatte Rainer Braun. Der Eventmanager saß vor zwei Jahren in seiner Badewanne, hörte im Wohnzimmer das Formel-1-Rennen und kam so auf die Idee. Im vergangenen Jahr veranstaltete er die erste Deutsche Meisterschaft im Badewannenrennen. Dieses Jahr hat er es auf Europa ausgeweitet. 99 Städte aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein, Italien und der Schweiz machen mit. Das Finale findet am nächsten Samstag und Sonntag in Wolfsburg statt. Vincent und Niklas müssen dort 99 Teams besiegen, um wieder aufs Siegertreppchen zu kommen. Dazu bereiten sie sich gerade noch vor. Zweimal die Woche gehen sie schwimmen, joggen und machen Hanteltraining. In ihrem Urlaub waren sie auch aktiv: Zwei Wochen lang waren sie surfen.

Frankfurter Würstchen mit dabei

Um sich deutlich erkennbar zu machen, aus welcher Stadt sie sind, wird nächste Woche noch die passende Kostümierung angefertigt. „Auf ihre Badekappen klebe ich ein Frankfurter Würstchen. Das T-Shirt wird leicht rosa, also in Würstchen-Farben, besprüht. Vorne wird eine Welle mit Frankfurter Würstchen aufgedruckt. Die Wurst ist quasi das Surfbrett“, sagt Mutter Susanne Hisgen lächelnd. Auf der Rückseite steht „Team für Frankfurt“ und der jeweilige Teilnehmername. Doch das ist noch nicht alles. „Um den anderen Mitbewerbern ein wenig Angst einzujagen, wollen die beiden Jungs einen Totenkopf aus Würstchen aufdrucken.“ Passend zum Thema sponsort die Metzgerei Haase aus Frankfurt-Bonames die T-Shirts. Damit Vincent und Niklas wieder mit einem goldenem Siegerentchen um den Hals auf dem Podest stehen, werden beide Familien mit nach Wolfsburg fahren und sie ordentlich anfeuern.

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