Das Programm der ungewöhnlichen Reihe

Frankfurter Kino zwischen Kläranlage und Rennbahn

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Frankfurt – Die „Frankfurter Kinowoche“ findet vom 18. bis 25. Juli zum 18. Mal statt und bietet Kino an ungewöhnlichen Orten. Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums, und Projektleiterin Johanna Paul  haben das Programm vorgestellt.

„Diese Reihe haben wir 1994 zu 100 Jahre Kino gestartet. Zweimal mussten wir aussetzen, weil uns das Geld dafür fehlte“, sagte Dillmann. Zudem müssen jedes Mal Titel gefunden werden, die zu den Vorführorten passen. „Eine reine Open-Air-Serie wäre zu riskant, deshalb wechseln wir zwischen Häusern und Freiluft ab. Unsere Aktion hat inzwischen auch Nachahmer gefunden, doch es ist ein anstrengendes und teures Engagement. Trotzdem ist es auch im Haus beliebt und wir finden stets genug freiwillige Helfer für die Abende“, erläuterte die Direktorin.

Zum 100-jährigen Bestehen der Universität wird es am 17. Juli eine Sonderveranstaltung auf dem Campus Westend geben, bei der als Vorfilm „Kunststudentin Ursula“ gezeigt wird, ein Streifen, der aus den 1950er Jahren stammt. Johanna Ruhl, die, zusammen mit Anne Schulz und weiteren Mitarbeitern, die Orte und die Filme ausgesucht hat, stellte dann das Programm der Woche vor. Geholfen haben auch die Dankeschön-Käufer, so dass es diesmal Baumwolltaschen gibt, die für die Kinowoche werben. Es wird drei Freiluft-Abende geben und vier in Häusern. Das Spektrum der Filme reicht vom Roadmovie über deutsche Filme bis zu Horrorstreifen.

Mit Hilfe von Crowd-Founding 7000 finanziert

Die Reihe beginnt mit dem Film „Kein Pardon“ in der Kelterei Possmann, wo als Vorfilm „Staplerfahrer Klaus“ gezeigt wird. Weiter geht es in der Autovermietung Manke mit „Vanishing Point“ und dann in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst mit dem ersten Teil von „Fantômas“ aus dem Jahre 1913. Der Stummfilm wird in Zusammenarbeit mit der Hochschule musikalisch untermalt. Weitere Spielorte sind die Kläranlage in Niederrad, der Frankfurter Flughafen, die Galopprennbahn und der Park der Villa unter den Linden in Sindlingen.

„Wir sind immer bemüht, auch für Frankfurter ungewöhnliche Orte zu finden“, sagte Claudia Dillmann. Inzwischen hat die Kinowoche ein Stammpublikum und ist immer schnell ausverkauft. In diesem Jahr hat das Filmmuseum mit „Kulturmut“, einer Crowdfunding-Initiative der Aventis, zusammengearbeitet. 20 000 Euro waren insgesamt für die diesjährige Finanzierung erforderlich. Mithilfe der Crowdfunding-Aktion, bei der Interessierte einzelne Projekte gezielt mit Geld fördern können, wurden 190 Unterstützer gefunden, die zusammen rund 7 000 Euro spendeten. Die Kulturmut-Initiative sprang bei den zehn erfolgreichsten Spendensammelaktionen ein und steuerte auf diese Weise auch bei der Kinowoche die Restsumme bei.

Das vollständige Programm kann unter www. frankfurter-kinowoche.deabgerufen werden. Der Vorverkauf beginnt am Mittwoch, 18. Juni, im Filmmuseum und an allen Vorverkaufsstellen. Die meisten Veranstaltungen sind erfahrungsgemäß schnell ausverkauft. Karten kosten zwölf Euro, ermäßigt zehn Euro. An der Abendkasse gibt es nur Restkarten.

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