Vandalen an der Uni

160.000 Euro Schaden: Und die Studenten müssen es ausbaden

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Farbexplosionen wie hier am Campus Westend oder zerbrochene Scheiben wie auf dem Campus in Bockenheim, die Goethe Universität ist immer wieder Ziel von Vandalen.

Frankfurt – Hausbesetzungen, kaputte Fenster, Graffitis – immer wieder ist die Goethe- Universität Ziel von Vandalismus. In diesem Jahr schon zum 53.Mal. Von Dirk Beutel

Universitätspräsident Werner Müller-Esterl spricht von einer erschreckenden Bilanz. In diesem Jahr wurde die Goethe-Universität 53 Mal von Vandalen attackiert. Sowohl in Bockenheim als auch am Campus Westend. Der Gesamtschaden wird auf etwa 160.000 Euro geschätzt. Alleine 20.000 Euro davon gehen als Personalkosten des eigenen Immobilienmanagements drauf. Gegen solche Schäden kann sich die Universität weder versichern noch effektiv schützen. Deshalb forderte Präsident Müller-Esterl seine Studenten und Uni-Mitarbeiter zu erhöhter Wachsamkeit auf: „Wir sitzen alle in einem Boot. In Zeiten zurückgehender Mittel ist es besonders schmerzhaft, wenn wegen solcher Zerstörungen Mittel im Bereich der Lehre und Forschung fehlen.“

Mit den neuen Universitätsstandorten und den großartigen Neubauten verfügt die Goethe-Universität über ein einzigartiges Potenzial. „Jeder von uns kann durch sein Verhalten mithelfen, diese Qualität zu erhalten und zu schützen“, sagt Müller-Esterl.

Dass die Universität immer wieder ins Visier von Chaoten gerät ist nichts Neues. Allerdings werden die Fälle nicht statistisch erfasst. Niemand kann genau sagen, ob die Fälle von Vandalismus schlimmer geworden sind oder nicht. In jedem Fall werden sie so gut wie nie aufgeklärt. „Wir wissen nicht wer´s war, bisher wurden uns noch keine Ermittlungsergebnisse präsentiert“, sagt Universitätssprecher Olaf Kaltenborn.

Gravierende Einzelfälle, wie die Besetzung des Casinos 2009, damals kam es zu Schäden um die 200.000 Euro, oder die Zerstörung im House of Finance im Jahr 2010, damals kam es zu Sachschäden in Höhe von 50.000 Euro durch mutmaßliche Autonome, blieben dieses Jahr bislang aus. „Es waren vor allem großflächige Graffitis an neuen und historischen Gebäuden und jede Menge zerbrochene Fensterscheiben, die wir bisher beklagen“, sagt Kaltenborn. Trotzdem kommt es zu einer Schadenssumme von 160.000 Euro. Zum Vergleich: Mit diesem Geld hätte man drei Dozenten oder etwa 160 Tutorien finanzieren können. Im Kampf gegen den Vandalismus setzt die Universität verstärkt auf persönliche Gespräche mit den Studenten. „Ob mit dem AStA, den Fachschaften oder den Bologna-Werkstätten suchen wir Kontakt, um über bessere Studienbedingungen zu sprechen“, sagt Kaltenborn.

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Von diesem Runden Tisch verspricht die Studenteninitiative Pro Westend einiges. „Wir wollen zeigen, dass es längst Studenten gibt, die Vandalismus nicht gutheißt und darauf aufmerksam machen möchte“, sagt deren Sprecherin Shannah Fisler. Schließlich gehe das Entfernen zulasten der Studenten: „Man merkt, dass Tutorien fehlen, oder dass die Korrekturen von Klausuren oder Hausarbeiten sehr viel länger dauern“, sagt die 19-jährige Studentin. Als Gegenmaßnahmen befürwortet sie den Vorschlag, dass der bereits eingesetzte Sicherheitsdienst mehr Präsenz zeigt, vor allem an bestimmten Orten, die oft angegriffen wurden. Kameraüberwachung sei für sie keine Option.

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