Vom Banker zum Knipser

Fotograf Michael Kleinespel nimmt Dornbusch ins Visier

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Michael Kleinespel besitzt sein eigenes Foto-Atelier am Dornbusch in der Eschersheimer Landstraße.

Dornbusch - Er wohnt in Frankfurt, ist gelernter Banker und macht aber nach eigener Aussage jetzt „etwas Solides“. Der Fotograf Michael Kleinespel ist über Umwege zu seinem Traumberuf gekommen. Von Ingrid Zöllner

Mit 13 Jahren bekam Michael Kleinespel eine eigene Minolta-Spiegelreflexkamera: „Ich habe gerne mit Nachtaufnahmen experimentiert.“ Als Kleinespel, der im Münsterland aufwuchs, 16 war, besorgte er sich selbst eine Lehrstelle als Fotograf. „Doch meine Eltern fanden es wünschenswert, dass ich zunächst mein Abitur bestehe“, erzählt der 51-Jährige. Statt danach den kreativen Weg einzuschlagen, absolvierte er eine Lehre zum Bankkaufmann. „Damals war ich in der Jungen Union und da hatte jeder entweder etwas mit dem Bankwesen oder BWL zu tun“, erklärt Kleinespel den Karriereumschwung. Die Zeit in der Jungen Union ist inzwischen Geschichte, genauso wie seine Karriere als Bankkaufmann. „Ich habe damals noch in Münster bei der Commerzbank ein Trainee zum Firmenkundenberater abgeschlossen, bin aber anschließend nach Dresden ins Controlling zur Spedition meines Vaters gewechselt“, sagt der Fotograf.

In Bautzen ein Restaurant eröffnet

Nach etwa acht Jahren wollte er beruflich etwas anderes machen und eröffnete in Bautzen ein Restaurant. „Ich war viel in Texas gewesen. Daran orientierte sich auch das Restaurant, das heute zwei ehemalige Mitarbeiter von mir führen“, erzählt er. 2000 nahm sich sein Vater das Leben, Kleinespel musste sich um die Belange der maroden Firma kümmern. Die Doppelbelastung mit dem Restaurant ging nicht lange gut, weswegen er das Restaurant abgab. So stand er vor der Entscheidung, wie es weitergehen soll. Im Alter von 40 Jahren machte er sich als Fotograf zunächst in Schmitten, später Oberursel und jetzt in Frankfurt selbstständig. Seit 2006 wirkt der 51-Jährige nun in Frankfurt, wo er einst das Fotostudio Spörle weiterführte.

Bunte Mischung im Stadtteil Dornbusch

Er schätzt an dem Stadtteil Dornbusch die bunte Mischung. „Wir haben hier eine exzellente Verkehrsanbindung, so dass ich vor eineinhalb Jahren auch mein Auto verkauft habe“, sagt der zweifache Familienvater, dessen erwachsene Kinder in Frankreich wohnen. Wenn sie zu Besuch in Frankfurt sind, helfen sie ihm im Fotostudio. Kleinespel selbst mag ursprüngliche Fotos, wobei er aber die digitale Fotografie der analogen vorzieht, allein wegen der schnelleren Arbeitsweise.

Bitte keine wildgemusterte Kleidung

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Fotograf zu sein bedeutet für ihn jeden Tag eine Herausforderung, die Menschen in Szene zu setzen. Damit dies möglichst gut klappt, verschickt er vorher per Mail einige Tipps, an die sich seine Kunden halten sollen. So sei es von Vorteil, am Abend vor dem Termin früh ins Bett zu gehen, keine wildgemusterte Kleidung zu tragen und sich nicht vorher abzuhetzen. In seiner Freizeit liest Kleinespel skandinavische Krimis und geht gern ins Kino. Eine Kamera hat er immer mit dabei, Frankfurt lichtet er besonders gern ab, die Fotos postet der 51-Jährige dann im Internet auf seiner Facebook-Seite.

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