Erotisches Kino beim Kunstverein Familie Montez

Frankfurter Filmkollektiv zeigt historische Amateur-Sexfilme zum Valentinstag

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Dritte Auflage ihres erotischen Kinos am Valentinstag, diesmal unter der Honsellbrücke: Louise Burkart (von links), Gary Vanisian und Felix Fischl.

Frankfurt – Das wird ein frivoler Film-Abend für alle Freunde der Leinwand-Lust: Das Frankfurter Filmkollektiv zeigt pünktlich zum Valentinstag historische Amateur-Sexfilme. Von Dirk Beutel

Zum Valentinstag zeigt das Filmkollektiv seltene Amateur-Sexfilme.

Dieses Trio dreht die Bild-Schärfe wieder ein ganzes Stück höher. Das Frankfurter Filmkollektiv um Louise Burkart, Felix Fischl und Gary Vanisian bringt zum dritten Mal sündige Schmuckstücke auf die Leinwand, rechtzeitig zum Valentinstag. Diesmal werfen sie ihren 16-Millimeter-Projektor zum ersten Mal in den Räumen des Kunstvereins Familie Montez in der Frankfurter Honsellstraße 7 an und zeigen eine Sex-Dokumentation und historische Amateur-Sexfilme. „Wir konnten diesen erotischen Absurditäten einfach nicht widerstehen“, sagt Felix Fischl. Der frivole Film-Abend beginnt mit der heiteren Sex-Dokumentation „Is there Sex after Death?“ aus dem Jahr 1971. Darin geht der Komödiant Alan Abel alias Harrison Rogers vom „Bureau of Sexological Investigation“ den Auswirkungen der sexuellen Revolution auf den Grund.

Pornofilme wurden privat in Frankreich gedreht

Im Anschluss daran, gegen 22.30 Uhr, wird die erotische Drehzahl nochmals erhöht. Etwa 80 Minuten lang werden dann sechs privat gedrehte und damals heimlich vorgeführte Sexfilme aus den 1930er bis 1950er Jahren gezeigt, die die Frankfurter hauptsächlich in einem Münchener Archiv entdeckt haben. Dabei handelt es sich um französische Produktionen ohne Ton. Stag-Filme, nennt der Film-Fachmann diese privaten Amateur-Pornofilme, die vor der Legalisierung der Hardcore-Produktionen Ende der 1960er entstanden sind. „Solche Sexfilme wurden heimlich unter dem Ladentisch verkauft und vor allem in Bordellen gezeigt. Aber auch betuchte Privatleute haben sich solche deftigen Kurzfilme damals heimlich geleistet“, sagt Gary Vanisian. Dabei lässt sich auch das Kollektiv-Trio von der Material-Auswahl überraschen. „Wir wissen selbst nicht genau, was da auf uns zukommt. Wir konnten das Material noch nicht sichten“, sagt Fischl. Die Filmliebhaber wissen aber schon jetzt, worauf sie achten wollen: „Mich interessiert, was damals unter limitierten Bedingungen schon möglich war, wie kreativ die Macher waren“, sagt Louise Burkart. Eines wissen die Frankfurter-Filmexperten aber schon jetzt: „Es wird einem schnell klar, dass es wirklich alles an Praktiken oder Perversionen, was man heute im Internet findet, auch schon früher gegeben hat.“

Das erotische Kino zum Valentinstag beginnt am Samstag, 13. Februar, um 20 Uhr beim Kunstverein Familie Montez, Frankfurter Honsellstraße 7. Eintritt pro Vorstellung beträgt fünf Euro. Einlass ist ab 18 Jahren. Mehr Infos gibt´s auf www.filmkollektiv-frankfurt.de.

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