Themen sind Drogen, Kriminalität, Gewalt, Zuhälterei

Blaxploitation-Genre: Sie zeigen die schwarzen Rebellen

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Sie bringen Filme auf die Leinwand, die sonst selten bis gar nicht gezeigt werden: Gary Vanisian (links) und Felix Fischl vom Filmkollektiv Frankfurt

Frankfurt – Das Frankfurter Filmkollektiv zeigt an zwei Tagen Klassiker des Blaxploitation-Genres. Als Bonbon konnte der Kult-Regisseur Melvin van Peebles von New York nach Frankfurt gelockt werden. Von Dirk Beutel

Blaxploitation, der Filmgenre-Begriff setzt sich aus den Worten Blacks, also die Schwarzen und Exploitation, Verwertung oder Ausbeutung zusammen. Die Themen sind Drogen, Kriminalität, Gewalt, Zuhälterei. Ihre Helden sind spröde, ungeschliffen und unerschrocken. Echte Typen eben. Die vermutlich bekanntesten Vertreter der Blaxploitation-Szene sind Shaft-Darsteller Richard Roundtree und Pam Grier, die als Undercover-Agentin Foxy Brown in den Straßen von New York aufräumt. Dazu gibt´s Funk- und Soul-Musik und den dreckigen, anstößigen Lokalkolorit des New Yorks der siebziger Jahre. Alle Schwarzen sind Brüder, alle Hellhäutigen sind Drecksäcke. Rassistische Vorurteile werden komplett umgedreht. „Es war eine Reaktion auf die rassistische Darstellung von Schwarzen in klassischen Hollywood-

Die Blaxploitation-Filmreihe des Filmkollektivs starten am 22. und 23. August, jeweils um 18.30 Uhr im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim, Mertonstraße 26-28. An beiden Tagen wird Regisseur Melvin Van Peebles zu Gast sein. Preis pro Vorstellung: Sechs Euro, ermäßigt fünf.

Filmen. Eine Art Independent-Revolution“, sagt Felix Fischl.

Und jetzt wollen er und seine Mitstreiter Gary Vanisian und Louise Burkart vom Filmkollektiv Frankfurt sich den Anfängen des Blaxploitation-Genres mit einem zweitägigen Film-Marathon am 22. und 23. August widmen. Zum einen wegen des sozialpolitischen Kontextes, zum anderen weil Blaxploitation-Filme so gut wie nie in Deutschland gezeigt werden. Auf dem Programm stehen unter anderem der 1971 erschienene Film „Sweet Sweetback´s Baadasssss Song“ von Regisseur Melvin van Peebles, der als Grundstein des Genres gilt und sein Langfilm-Debüt „The Story of a 3-Day Pass“, das zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein wird. Die Suche nach den seltenen Kopien in der Originalfassung dauerte etwa vier Monate. „Das war alles andere als einfach, weil immer weniger Studios oder Filmmuseen ihre alten Kopien ausleihen“, sagt Vanisian. Und dazu auch nicht ganz billig sind: Kosten für den Transport, die Miete und die Rechte der Ausstrahlung. Diese können sich pro Film zwischen 700 und 1000 Euro bewegen. Bei seiner Recherchearbeit schrieb Felix Fischl auch den Kult-Regisseur van Peebles an. Der meldete sich prompt aus New York und wird an beiden Tagen persönlich anwesend sein. „Er ist eine wahre Regie-Legende. Wir hätten nie zu hoffen gewagt, dass er tatsächlich extra nach Frankfurt kommt“, sagt Fischl. Sein Besuch und die Möglichkeit, mit ihm zu diskutieren, soll für das an Filmkunst interessierte Publikum der Höhepunkt sein

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