Beim Matjeswettbewerb in Hamburg

So frivol sind die Frankfurter Berufsköche

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Frankfurter Jungköche konnten mit diesem frivol angerichtetem Gericht die Jury beim Matjeswettbewerb in Hamburg überzeugen.

Frivol und anrüchig – so können die Frankfurter Berufsköche am besten Kochen. Das bewiesen sie zumindest beim Matjeswettbewerb in Hamburg unter dem Motto: „Ein Matjes auf St. Pauli.“ Von Angelika Pöppel

Frankfurt – Gespreizte Beine mit roten Highheels, eine Zigarre oder ein lackroter Kussmund – beim Matjeswettbewerb in Hamburg war beim Anrichten der Gerichte so einiges erlaubt. Hauptsache so frivol wie der Kiez. Und auch der Fisch stand unter dem Motto „Sünde und Verführung: Ein Matjes auf St. Pauli“ im Mittelpunkt. Überzeugt hat die Fachjury am Ende nicht etwa ein regionales Kochteam, sondern die Azubis unter Leitung von Max Zibis aus dem meeresfernen Frankfurt.

„Bei diesem Motto konnten wir aus den Vollen schöpfen“, sagt der Ausbildungsleiter des Verbands der Köche in Frankfurt. Nach wochenlanger Vorbereitung kamen die Jungköche von der Frankfurter Bergiusschule und dem Berufsverband mit ihren Kreationen von insgesamt 25 Bewerber-Teams aus ganz Deutschland unter die besten fünf. In Hamburg bereiteten sie in drei Stunden zehn Portionen von je drei verschiedene Snacks mit Matjes als Hauptkomponente zu.

Aschenbecher in der Ritze

Herauskam dabei auch der „Aschenbecher in der Ritze“, bestehend aus Filoteig-Zigarre mit Matjessalat, essbarer Asche und einem Hacker-Pschorr-Biereis. Das Team Frankfurt bastelte die Beine, die den Eingang der Kultkneipe „Zur Ritze“ auf St. Pauli zieren aus Hippengebäck (siehe Foto). Und auch „Olivias Lippen“ waren eine Versuchung Wert: Kreiiert aus Matjesmousse mit Chili-Himbeerlack auf „Kuss“-Cous-Salat.

Den ersten Platz sicherten sich Kim Rathmann vom Hotel Interconti und Sven Luther von Food Affairs in Kronberg knapp vor Paula Ebert von der Villa Kennedy und Oliver Bödicker vom Sheraton Frankfurt Airport Hotel. Und damit holten die Jungköche den Sieg bereits zum zweiten Mal nach Frankfurt. „Darauf können wir sehr stolz sein“, sagt Ausbildungsleiter Zibis.

Der 25-Jährige ist selbst erst seit zwei Jahren ausgelernt, hat aber bereits einige Titel geholt. „Der Verband nimmt mit den Azubis an rund zehn Wettbewerben jährlich teil“, sagt Zibis und fügt hinzu: „bisher haben wir fast alles gewonnen.“ Der Verband fördert so Köche während ihrer Ausbildung. „Wir bieten auch Workshops, wie zum Beispiel über Krustentiere an. Dieses Wissen wird vielen während der Ausbildung gar nicht vermittelt, weil Azubis leider oft nur eine billige Arbeitskraft sind“, sagt Zibis.

Bilder von den Gerichten der Frankfurter

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