Schütteln, mixen, rächern

Frankfurter bei Deutscher Cocktailmeisterschaft

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Florian Springer hat auch zu Hause eine große Auswahl an Getränken. Auch privat hat er Spaß daran, neue Drinks zu mixen und zu kreieren. 

Frankfurt – Schütteln, mixen und um die Wette rühren. Bei der Deutschen Cocktailmeisterschaft müssen Barkeeper beweisen, was sie am Cocktailshaker können. Auch der Frankfurter Florian mischt beim Wettbewerb mit. Von Fabienne Seibel 

Mit einer Kreation aus Zitronentee, schwarzem Pfeffer, roten Weintrauben und noch vielen weiteren Zutaten will Florian Springer bei der Deutschen Cocktailmeisterschaft am 20. und 21. Juli in Bad Salzuflen ganz nach vorne. Sein Cocktail „Around the world“ mit der asiatischen Note sicherte ihm bei der Westdeutschen Meisterschaft den Einzug in den Wettbewerb. Doch allein das Cocktail-Mixen bringt keinen Titel: Die Teilnehmer müssen sich zudem bei einem Fachkundetest, Workshops, und einem Sensoriktest, bei dem Getränke per Geschmack und Geruchssinn bestimmt werden müssen, vor einer Jury beweisen. „Ich weiß, dass ich was kann und werde das bei der Meisterschaft zeigen“, gibt sich Springer selbstbewusst.

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Der 27-Jährige verwöhnt schon seit eineinhalb Jahren die Gäste in einem Frankfurter Hotel an der Bar mit Gin Tonics, Pina Colada und Co. Dass er dafür meistens abends und nachts arbeiten muss, sieht er als Vorteil. Springer: „Ich kann morgens ausschlafen und habe noch den ganzen Tag lang Zeit für mich. Außerdem trifft man nachts oft die interessanteren Leute als tagsüber.“ Der Rum- und Gin-Liebhaber mag den Klang von klimpernden Eiswürfeln in Gläsern und dass er immer wieder neue Kreationen austesten kann. „Ich versuche, die Gäste mit neuen Drinks und Cocktails zu überraschen und ihnen zu zeigen, dass die Welt der Getränke nicht nur bis Pina Colada und Mai Tai reicht“, sagt Springer. Er fügt hinzu: „Viele bleiben zwar bei ihren Lieblingsgetränken und klassischen Drinks, doch im Moment sind Cocktails mit Kräutern wie Minze oder Rosmarin im Kommen und das wollen viele mal probieren.“

Neuer Trend: Räuchern und Fusionieren

Ebenfalls ein neuer Trend: Das Räuchern und Fusionieren von Getränken. „Beim Fusionieren werden bestimmte Elemente eines Drinks verfeinert. Beim Räuchern gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist, in einem Topf mit zerkleinertem Holz Eiswürfel in einer wasserdichten Form zum Schmelzen zu bringen. Sobald Rauch entsteht, wird die Form wieder eingefroren und der entstandene Eisblock wieder zu Eiswürfeln zerschlagen und einem Drink hinzugefügt“, erklärt Springer.

Dass tief in der Nacht auch so mancher Hotelgast bei ihm an der Bar versackt und dem 27-Jährigen sein Herz ausschüttet, nimmt Springer gelassen: „Als Barkeeper ist es auch meine Aufgabe, auf die Leute einzugehen und dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen. Das gehört zu den schönen Seiten meines Berufs. Es ist immer etwas los. Aber manchmal fühle ich mich eher wie eine Art Psychiater für die Gäste.“

Info

Zum WM-Finale empfiehlt Florian Springer den Sommercocktail Brazilian Mule. Das exotische und erfrischende Getränk kann man auch ganz leicht selbst zubereiten. Dazu braucht man: 5cl Cachaca, 5cl naturtrübem Apfelsaft, 2cl Limettensaft, 1cl Vanillesirup und Ginger Beer (alkoholfreie Ingwerlimonade) zum Auffüllen. Das Ganze wird in einem Longdrink Glas (Glas mit viel Volumen) einfach zusammen gegeben. Sollte man kein Ginger Beer zur Verfügung haben, kann auch Ginger Ale verwendet werden. Zum Schluss noch Eiswürfel hinzugeben und ein Stück Apfel zur Deko ans Glas.

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