Islamische Schwimmbekleidung

Frankfurter Bäderbetriebe haben nichts gegen Burkinis

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Solche Burkinis sind in allen Städtischen Schwimmbädern Frankfurts erlaubt.

Frankfurt – In Berlin dürfen muslimische Frauen schon seit ein paar Monaten ganz offiziell mit dem Burkini - eine Wortschöpfung aus Burka und Bikini - ins Wasser der öffentlichen Schwimmbäder steigen. Auch in Frankfurt sind die muslimischen Badegewänder jetzt erlaubt – und finden reißenden Absatz.  Von Christian Reinartz

Jede dritte Bestellungen bei Deutschlands einzigem Burkini-Versand kommt aus Frankfurt. „Die Leute in Frankfurt bestellen wie verrückt“, sagt Bahar Onsekiz. Die türkischstämmige Geschäftsfrau betreibt in Köln den ersten und einzigen Online-Shop für Burkinis in Deutschland. Ihre Kundschaft kommt aus dem gesamten Bundesgebiet, Europa und eben aus Frankfurt.

Warum gerade die hiesigen Frauen so oft muslimische Bademode kaufen, weiß Onsekiz: „Keine Stadt ist toleranter, wenn es um Burkinis geht.“ Außerdem lebten in Frankfurt unheimlich viele Muslime, sodass der Bedarf dort am größten ist.

Brigitte Tilly, Prokuristin der Frankfurter Bäderbetriebe und Herrin über 13 Schwimmbäder, bestätigt das: „In unseren Bädern ist das Tragen von Burkinis ausdrücklich erlaubt.“ Der Grund für die tolerante Handhabung, laut Tilly: Der Burkini ist eindeutig als Schwimmanzug deklariert und auch aus entsprechendem Material gefertigt. „Warum sollten wir so etwas dann verbieten?

Den Burkini-Online-Shop finden Sie unter

islamischebademode.com

Doch nicht alle Musliminnen ist der Burkini geheuer. Die Dieburgerin Edeela Mahmood, Leiterin der Frauengruppe „Dienerinnen Allahs“ warnte schon zu Beginn der Freibadsaison: „Mit dem Burkini wird zwar der ganze Körper bedeckt, dennoch werden durch den eng anliegenden Stoff einzelne Körperteile betont. Daher wäre es gut, wenn wir eigene Plätze hätten, wo die Frauen zwar diese Burkinis tragen können, aber ohne die Belästigung von Männern frei dem Sport nachgehen können.

Bahar Onsekiz kann das nachvollziehen. „Es erfordert ungeheuren Mut, mit einem Burkini in ein öffentliches Schwimmbad zu gehen“, so die 30-Jährige. Sofort stehe man im Mittelpunkt, weil diese Kleidung sehr auffällig sei. „Die Leute schauen einen schief an. Und das kann sehr unangenehm sein.

Dennoch ist sie überzeugt, dass sich der Burkini auf dem Siegeszug befindet. „Am Anfang kam noch viel Kritik aus der Bevölkerung“, erinnert sie sich. Mittlerweile hätten sich die Leute schon etwas daran gewöhnt. Onsekiz: „Bald gehört der Burkini zum täglichen Bild in den Schwimmbädern!

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