Schüler unterstützen Donut-Laden mit "Carrotmob"

Flashmob für die Umwelt im Karottenkostüm

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Den Karottenmodels Larissa Gailing (links) und Karolin Fischer lief das Wasser im Mund zusammen, als Wiethold Wagner genüsslich in einen Donut biss.

Frankfurt   – Schüler der Stauffenbergschule in Bornheim haben bei einem „Carrotmob“ im Karottenkostüm vor dem Donut-Laden  "The Donut People" für Aufmerksamkeit gesorgt. Der Besitzer muss die Hälfte des Umsatzes während des Mobs in die klimafreundliche Sanierung seines Ladens investieren.  

Leuchtend orange und mit einem Büschel Grünzeug auf dem Kopf waren die wandelnden Möhren auf der Berger Straße schon von weitem zu sehen. Doch das junge Gemüse war nicht unterwegs, um gesunde Ernährung zu propagieren. Die Schülerinnen Larissa Gailing und Karolin Fischer waren im Auftrag ihrer Klassenkameraden von der Stauffenbergschule in die Karottenkostüme geschlüpft. Und denen ging es nicht um vitaminreiche Kost, sondern vielmehr um süße Kringel – und vor allem ums Klima. Seit Februar hatten die 22 angehenden Onlinemarketingkaufleute der Klasse 11w24 ihren sogenannten „Carrotmob“ im Unterricht geplant. In der vergangenen Woche war es dann soweit. Drei Stunden lang sorgten die Schüler vor dem „The Donut People“-Laden von Wiethold Wagner in der Berger Straße 98 für Unterhaltung. Wie es das Konzept des Carrotmobs vorsieht, hatte sich Wagner im Vorfeld verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz des Umsatzes, der in diesem Zeitraum erwirtschaftet wird, in die klimafreundliche Sanierung seines Ladens zu investieren. Diese amerikanische Form des Umweltaktivismus will Menschen mit gezielten Einkauf- und Aufklärungsaktionen dazu animieren, umzudenken und klimafreundlicher zu handeln. Aus diesem Grund hatten die Schüler im Vorfeld eifrig die Werbetrommel gerührt und dafür gesorgt, dass Wagner eine kostenlose Energieberatung bekam. Am Veranstaltungstag organisierten die Schüler zudem eine musikalische Unterhaltung und schickten ihre beiden Karotten ins Rennen, die fleißig Flyer verteilten und geduldig für Fotos posierten. Das Energiepunkt-Energieberatungszentrum war zudem mit einem Informationsstand vor Ort. Das Konzept ging auf. Wagner nahm in den drei Stunden 753 Euro ein. Umgerechnet auf gefüllte Donuts sind das rund 420 Stück.

Zum Vergleich: An einem normalen Werktag gehen während der achtstündigen Öffnungszeiten durchschnittlich 450 bis 500 süße Teigkringel über die Ladentheke. Alle Beteiligten können also mehr als zufrieden sein. 50 Prozent der Gesamtsumme wird Wagner nun unter anderem in eine bessere Isolierung seiner Kühlvitrine investieren. Bislang geht durch Ritzen an den Seiten viel Energie verloren, wie die Berater bei ihrem Versuch feststellten. „Das was die Schüler hier machen, ist eine klasse Aktion“, lobte auch Umwelt- und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig, die für einen kurzen Besuch vorbei kam und nun auf Nachahmer setzt. „Die Läden in der Unteren Bergerstraße sind gut vernetzt und so hoffe ich, dass viele den auch wirtschaftlichen Nutzen sehen und sich vom Energiepunkt und -referat beraten lassen.“ Lehrerin Ulrike Schindl-beck schaute dem Tun ihrer Schützlinge stolz zu – am Ende muss sie die Umsetzung als Teil des Unterrichtsprojekts benoten. Ihr Kollege, Studiendirektor Klaus Lettmann, tat sein Möglichstes, um die Aktion zu unterstützen – und nahm gleich eine ganze Box mit Nougat-Donuts mit nach Hause. Das gute Gefühl, etwas für die Umwelt getan zu haben, inklusive.

 

skk

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